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Kommentar zu Merkel in Bayern : Söders Sinn für Symbolik

Markus Söder und Angela Merkel nach der Kabinettssitzung Bild: Reuters

Dass Angela Merkel einem bayerischen Kabinett die Aufwartung macht und das Schloss Herrenchiemsee die Kulisse ist, sollte als weiterer Meilenstein auf Markus Söders Weg in den politischen Olymp der Bundespolitik gelesen werden.

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          Sage niemand, Markus Söder habe nur ein untrügliches Gespür für politische Macht. Sein Sinn für politische Symbolik steht dem schon immer virtuosen Umgang mit den materiellen Ressourcen erst eines bayerischen Finanzministers und nun eines Ministerpräsidenten mittlerweile in nichts nach – zumal auch die Zeit vorbei ist, dass der CSU-Politiker zum Beweis seiner Anverwandlungsfähigkeit in viele Rollen zur Faschingszeit mit aufsehenerregenden Maskeraden von sich reden machen musste. So seriös, wie Söder sich in Veitshöchheim gibt, so präsidial agierte er in der Corona-Krise – dem Amt des Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz sei Dank – an der Seite von Angela Merkel.

          Ein Tag für die Geschichtsbücher

          Dass diese nun als erste Bundeskanzlerin einem bayerischen Kabinett die Aufwartung macht und das Schloss Herrenchiemsee als Kulisse ausgewählt wurde, sollte als weiterer Meilenstein auf dem Weg des CSU-Mannes in den politischen Olymp der Bundespolitik gelesen werden. Denn in der Erinnerung an Herrenchiemsee lebt bis heute zweierlei fort: die Erarbeitung eines Textes, der mit wenigen Veränderungen zum Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland werden sollte, und die Ablehnung eben jenes Grundgesetzes durch den Bayerischen Landtag.

          Nun könnte dieser 14. Juli als „Tag von Herrenchiemsee“ in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen, an dem das Land aus dem Schatten seines bajuwarischen Exzeptionalismus in das helle Licht des deutschen Verfassungspatriotismus tritt.

          Spieglein, Spieglein an der Wand ... Kabinettssitzung im Beisein von Bundeskanzlerin Merkel auf Schloss Herrenchiemsee
          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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