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Regierungen im Umfragehoch : Vertrauen in der Krise

Auf gutem Weg: Markus Söder, Angela Merkel und Peter Tschentscher Mitte März vor einer Pressekonferenz Bild: dpa

Die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus finden bei den Bürgern große Zustimmung, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und Italien. Populistische Parteien verlieren hingegen an Zuspruch.

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          Wiederholt ist die Corona-Pandemie schon mit der Flüchtlings- und mit der europäischen Schuldenkrise verglichen worden; meistens in der Absicht, erwartete gegen die tatsächlichen politischen und wirtschaftlichen Folgen zu stellen. In einem Punkt schlägt die Covid-19-Krise bislang in einigen Ländern eine andere Richtung ein: Das Vertrauen der Bürger in ihre Regierungen und in deren Handlungsfähigkeit nimmt wieder zu. Mancherorts ist diese Zunahme beispiellos groß.

          Das gilt für Deutschland, wo ein großer Teil der Bevölkerung mit der Krisenpolitik der Bundesregierung einverstanden ist. So ist es auch mit der Koalition in Wien, deren Kanzler Kurz auf ein sensationelles Vertrauensergebnis kommt.

          Auch die Maßnahmen der Regierung Italiens, also des Landes, das in Europa besonders schwer von dem Coronavirus getroffen ist, finden weithin Zuspruch. Und was für die Regierungen als Ganzes gilt, trifft in Sonderheit für deren „Anführer“ zu: Ihr Ansehen steigt (wieder), und zwar ganz erheblich.

          Spiegelbildlich dazu verlieren populistische Parteien an Zuspruch, nicht überall, aber doch in einigen Ländern. Das ist die Lehre aus dieser Pandemie: Wenn die Bürger das Gefühl haben, das Krisenmanagement der Regierungen sei zielführend und die Krisenkommunikation glaubwürdig, dann entziehen sie auch nicht mehr das knappe Gut namens Vertrauen, sondern spenden es. In der Lage werden Populisten nur als Nörgler mit geringer oder keiner Problemlösungskompetenz wahrgenommen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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