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Maaßen-Kommentar : Auf dem AfD-Trittbrett

Hans-Georg Maaßen Bild: dpa

Wenn SPD, Grüne und Linkspartei Hans-Georg Maaßen am Zeug flicken können, ist ihnen selbst die AfD als Koch in der Gerüchteküche nicht zu schade. Ein Kommentar.

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          Es gibt Auserwählte in Deutschland, denen eine beachtliche Aufmerksamkeit zuteilwird. Jetzt kommt eine „AfD-Aussteigerin“ zu seltener Berühmtheit. Aber wohl nur deshalb, weil sie aus der AfD ausgetreten ist. Das verleiht ihr offenbar sogar mehr Autorität und Glaubwürdigkeit als dem Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz. Ihm wirft sie vor, er habe bei einem Treffen mit Frauke Petry, als die noch AfD-Vorsitzende war, im Fall Höcke Ratschläge gegeben, wie verhindert werden könne, dass die Partei vom Verfassungsschutz beobachtet werde.

          Petry soll zunächst bestritten haben, dass es ein solches Treffen überhaupt gegeben habe, Hans-Georg Maaßen tat es nicht (auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird). Warum sollte er auch? Er kann sich mit Frauke Petry so oft treffen wie mit Alexander Gauland oder, sagen wir, mit Sahra Wagenknecht oder Herrn von Notz.

          Warum Politiker der SPD, der Grünen und der Linkspartei Maaßen daraus jetzt gerne einen Strick drehen würden, liegt daran, dass Maaßen für sie ein rotes Tuch ist und sie ihn schon deshalb für einen AfD-Sympathisanten halten. Einen besseren Zeugen als eine „AfD-Aussteigerin“ haben sie dafür nicht. Aber wozu ist die AfD nicht alles gut?

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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