https://www.faz.net/-gpf-9gvqp

Kommentar zu Karliczek : Der Sinn der Homo-Ehe

Vater, Vater, Sohn: Ein paar kümmert sich in ihrem Haus in Ditzingen, Baden-Württemberg, um eines ihrer beiden Pflegekinder. Bild: dpa

Homosexuellen erst das Recht auf die Ehe zu gewähren, aber anschließend das Kinderglück zu verwehren, ist widersinnig.

          1 Min.

          Wenn Anja Karliczek erst jetzt genau wissen will, wie sich Kinder in homosexuellen Ehen entwickeln, kommt die Bundesbildungsministerin damit ein wenig spät. Homosexuellen erst das Recht auf die Ehe zu gewähren, aber anschließend das Kinderglück zu verwehren, ist widersinnig – und noch ungerechter, als wenn ihnen die Ehe ganz verwehrt geblieben wäre.

          Denn der Sinn der Ehe muss für homosexuelle Paare derselbe sein wie für heterosexuelle: die Verantwortung für Kinder. Dafür ist die Ehe kultiviert worden, erst durch die Kirche, dann auch durch den Staat (wenn auch im bürgerlichen Zeitalter eine nicht zu verachtende Stütze dieser Institution noch wichtiger wurde als die Kinder: die Liebe).

          Der Kern des Streits über die Homo-Ehe drehte sich darum, ob die Ehe nur Kinder auf natürlichem Wege zulasse und ob daraus folge, dass Vater und Mutter unersetzlich seien. Das sind sie aber auch in (geschiedenen) heterosexuellen Paaren längst nicht mehr, und Homosexuelle profitieren davon, dass der natürliche nicht der einzige Weg zum Kind ist. Der lässt sich jetzt nicht mehr spitzfindig verstellen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          „Eine gute Nachricht“ Video-Seite öffnen

          Merkel zum Brexit-Deal : „Eine gute Nachricht“

          Bei ihrer Ankunft in Brüssel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel betont, dass sie besonders erfreut sei, dass irische Premier mit dem Deal zufrieden sei. Die Einigung auf einen neuen Deal sei eine „gute Nachricht“.

          Topmeldungen

          Die Demokratin Nancy Pelosi gerät im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump aneinander.

          Trump gegen Pelosi : Da oben ist was nicht in Ordnung

          Syrien, Ukraine – und die eigene Partei: Donald Trump kämpft an mehreren Fronten. Das geht an die Substanz des amerikanischen Präsidenten. Das zeigt auch der heftige Streit mit Nancy Pelosi. Unterdessen verschärft sich die Konfrontation mit dem Kongress.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.