https://www.faz.net/-gpf-9gvqp

Kommentar zu Karliczek : Der Sinn der Homo-Ehe

Vater, Vater, Sohn: Ein paar kümmert sich in ihrem Haus in Ditzingen, Baden-Württemberg, um eines ihrer beiden Pflegekinder. Bild: dpa

Homosexuellen erst das Recht auf die Ehe zu gewähren, aber anschließend das Kinderglück zu verwehren, ist widersinnig.

          1 Min.

          Wenn Anja Karliczek erst jetzt genau wissen will, wie sich Kinder in homosexuellen Ehen entwickeln, kommt die Bundesbildungsministerin damit ein wenig spät. Homosexuellen erst das Recht auf die Ehe zu gewähren, aber anschließend das Kinderglück zu verwehren, ist widersinnig – und noch ungerechter, als wenn ihnen die Ehe ganz verwehrt geblieben wäre.

          Denn der Sinn der Ehe muss für homosexuelle Paare derselbe sein wie für heterosexuelle: die Verantwortung für Kinder. Dafür ist die Ehe kultiviert worden, erst durch die Kirche, dann auch durch den Staat (wenn auch im bürgerlichen Zeitalter eine nicht zu verachtende Stütze dieser Institution noch wichtiger wurde als die Kinder: die Liebe).

          Der Kern des Streits über die Homo-Ehe drehte sich darum, ob die Ehe nur Kinder auf natürlichem Wege zulasse und ob daraus folge, dass Vater und Mutter unersetzlich seien. Das sind sie aber auch in (geschiedenen) heterosexuellen Paaren längst nicht mehr, und Homosexuelle profitieren davon, dass der natürliche nicht der einzige Weg zum Kind ist. Der lässt sich jetzt nicht mehr spitzfindig verstellen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Fast fünf Jahre Haft für Doping-Arzt Video-Seite öffnen

          „Operation Aderlass“ : Fast fünf Jahre Haft für Doping-Arzt

          Im ersten großen Strafprozess seit Einführung des Anti-Doping-Gesetzes von 2015 sprach das Gericht auch die vier Helfer des Arztes schuldig. Der Arzt hatte bereits zu Beginn des Prozesses im September zugegeben, beim Doping geholfen zu haben, bestritt aber, dies aus Profitgründen getan zu haben. Und er habe die Gesundheit der Athleten nie gefährdet.

          Topmeldungen

          Armin Laschet, der neue Parteivorsitzende einer gespaltenen CDU.

          Neuer CDU-Vorsitzender : Mit Laschet auf Nummer Sicher

          So eindeutig Armin Laschet sich gegen Friedrich Merz durchsetzen konnte, so gespalten bleibt die Partei. Laschet wird die Kanzlerkandidatur ansteuern. Die Entscheidung darüber fällt in den Landtagswahlen.

          Panne bei CDU-Parteitag : „Das Mikro stand auf Grün“

          Hans-Werner Adams war der heimliche Star des CDU-Parteitags – obwohl er gar nichts gesagt hat. Im Interview spricht der CDU-Delegierte über Probleme mit der Technik, Fassbier – und seine Meinung zum Ausgang der Wahl zum Vorsitzenden.

          Nach Niederlage : Merz will Wirtschaftsminister werden

          Die Wahl um den CDU-Parteivorsitz hat Friedrich Merz verloren. Dem Sieger Armin Laschet hat er nun angeboten, als Wirtschaftsminister in die Bundesregierung einzutreten – und zwar in die jetzige. Die Kanzlerin will ihr Kabinett allerdings nicht umbilden.
          Der Feind, gegen den neue Verdachtstheorien in Politik und Gesellschaft immer militanter agitieren, ohne ihn erkennen zu wollen, ist die Komplexität der Lage selbst.

          Verdachtstheorien : Das Komplott war die Geschichte selbst

          Schon in den sechziger Jahren riefen die politischen Ereignisse bei vielen Zeitgenossen tiefes Misstrauen hervor. Was verrät die Konjunktur von Verschwörungstheorien über die geistige Situation der Zeit?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.