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Von wegen Proteste : Antisemitischer Mob

Pro-palästinensische Proteste am 15. Mai in Köln Bild: EPA

Vielen Demonstranten geht es nicht um Kritik an Israels Vorgehen im Gaza-Streifen. Sie lassen ihrem Hass auf Juden mitten in Deutschland freien Lauf. Was bleibt zu tun?

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          Es ist zutiefst beschämend, wenn ein israelischer Botschafter darum bitten muss, dass deutsche Behörden alles für die Sicherheit der jüdischen Gemeinden im Land tun sollen, weil ihre Mitglieder ihres Lebens nicht sicher sein können. Was sich in den vergangenen Tagen auf deutschen Straßen abgespielt hat, ist erschreckend. Ein entfesselter Mob konnte seinem Hass auf Juden in mehreren deutschen Städten freien Lauf lassen, antisemitische Parolen brüllen, israelische Flaggen verbrennen und Drohkulissen vor Synagogen aufbauen.

          Mit politischem Protest gegen das israelische Vorgehen im Konflikt mit den Palästinensern hat dies alles nichts zu tun. Wieso sollte man Deutsche jüdischen Glaubens für die Politik Israels verantwortlich machen? Die Rationalität des Mobs ist eine andere. Den offenbar aus dem islamistischen und linken Milieu stammenden Demonstranten geht es nicht um Ausgleich, sie wollen letztlich, dass der jüdische Staat vom Erdboden verschwindet. Dass sich ausgerechnet in dem Land, das für den millionenfachen Mord an Juden verantwortlich ist, solche Szenen wie gerade in Berlin, Gelsenkirchen, Münster und andernorts zutragen konnten, ist empörend. Das war es aber auch schon zu früheren Gelegenheiten, wenn hinter der schlecht sitzenden Maske pro-palästinensischer Parteinahme die antisemitische Fratze sichtbar war.

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