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Harte Corona-Maßnahmen : Solidarität der Geimpften

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Lockdown für Ungeimpfte: Künftig gilt vielerorts Zugang nur für Geimpfte und Genesene. Bild: Stefan Boness/Ipon

Nach langer Debatte handelt die Politik endlich. Doch können 2-G-Regeln und eine ehrgeizige Impfkampagne die vierte Welle noch brechen?

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          Keine roten Linien werde es für ihn geben im Kampf gegen die Pandemie. Das hatte der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schon vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit der Noch-Kanzlerin als Signal unbedingter Entschlossenheit angekündigt. Nach quälend langen Wochen auch parteipolitisch gefärbter Debatten, wie die vierte und härteste Corona-Welle gebrochen werden könne, kommen nun endlich Maßnahmen, die dem Ernst der Lage angemessen sind.

          Auch wenn es in manchen Ohren zu pathetisch klingen mag, ist es tatsächlich ein „Akt der nationalen Solidarität“, der sich im Schulterschluss von Bund und Ländern zeigt – über Parteigrenzen hinweg und mit Zumutungen auch für die übergroße Mehrheit der fast 70 Prozent vollständig Geimpften und damit Vernünftigen im Land. Denn die Einschränkungen auch für Geimpfte tragen dazu bei, Gesundheit und Leben ihrer nichtgeimpften Mitbürger zu schützen. Und sie tragen solidarisch dazu bei, die bis zur körperlichen und seelischen Erschöpfung auf den Intensivstationen arbeitenden Krankenpfleger und Ärzte zu entlasten. Für Millionen Impfzauderer, Impffaule und Impfgegner wird es dagegen richtig ungemütlich. Die bundesweite 2-G-Regel, wonach nur noch Geimpfte und Genesene Zugang zum öffentlichen Leben haben, bedeutet de facto einen Lockdown für Ungeimpfte – und hoffentlich die Motivation, sich doch impfen zu lassen.

          Ob er wirklich der führungsstarke Krisenmanager in der hanseatischen Tradition Helmut Schmidts ist, kann der neue Kanzler bis zu seiner ersten Silvesteransprache beweisen. Bis dahin muss Scholz die Zielmarke von 30 Millionen Impfungen erreicht haben. Schon bevor sie regiert, hat die Ampel-Koalition – und darin die FDP am meisten – eine steile Lernkurve hingelegt. Und sie hat gemeinsam mit der Union rote Linien überschritten: Mit dem Schwenk hin zu einer bis dato stets ausgeschlossenen allgemeinen Impfpflicht.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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