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Habeck traut sich Kanzler zu : Riskantes Experiment

  • -Aktualisiert am

Immer auf Sendung: Grünen-Chef Robert Habeck Bild: dpa

Will er oder will er nicht? Diese Frage hat Robert Habeck ausweichend beantwortet. Immerhin traut er sich die Kanzlerschaft zu. Aber ist eine Kanzlerkandidatur auch klug?

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          Ein Bundeskanzler Robert Habeck? Was vor drei Jahren angesichts eines Stimmenanteils von knapp neun Prozent größenwahnsinnig erschienen wäre, klingt ein Jahr vor der Bundestagswahl gar nicht mehr so verrückt. In den Umfragen liegen die Grünen schon eine ganze Weile vor der SPD. Und die erhebt trotz ihrer Verzwergung immer noch Anspruch auf die Kanzlerschaft und hat geräuschlos Olaf Scholz zum Kandidaten nominiert.

          Die Frage, ob er Kanzler werden wolle, hat Talkshowliebling Habeck im gewohnt nachdenklich gestimmten Sound beantwortet, ohne konkret zu werden. Man müsse „sich selbst überprüfen, ob man glaubt, man hat das moralische Rüstzeug und innere Ruhe, man hat einen Plan, was man will“. Er habe einen Plan und könne deshalb antworten: „Ja, diese Prüfung würde ich für mich bestehen.“ Was wohl heißen soll: Er traut es sich nach langem Ringen mit sich selbst zu.

          Doch noch ist der gemeinsam mit seiner Co-Vorsitzenden Annalena Baerbock vereinbarte Plan gültig, erst im Frühjahr auch im Blick auf das Stimmungsbild im Land zu entscheiden, ob die Grünen in bewährter Weise als Spitzenduo antreten oder eine eigene Kanzlerkandidatur riskieren. Denn erst dann wird man wissen, ob das angesichts eines womöglich weitaus beliebteren Kanzlerkandidaten der Union namens Söder zur Lachnummer würde. Der FDP ist das Experiment Kanzlerkandidatur vor 18 Jahren jedenfalls nicht gut bekommen.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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