https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kommentar-zu-gedenken-an-pandemieopfer-der-einsame-corona-tod-17185508.html

Gedenken an Pandemieopfer : Der einsame Corona-Tod

  • -Aktualisiert am

Behandelt wie Atommüll: Ein Sarg mit einem an Covid-19-Verstorbenen in Dülmen, Nordrhein-Westfalen Bild: dpa

Nur eine Statistik? Unser Land tut sich schwer im Umgang mit den Opfern der Pandemie. Das hat auch damit zu tun, dass es ein anonymes Sterben ist.

          3 Min.

          Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg treffen sich seit Anfang Dezember jeden Sonntag einige Anwohner an einem Brunnen. Sie gedenken mit brennenden Kerzen still der Opfer der Pandemie. Sie wollen es nicht hinnehmen, dass die Toten anonym bleiben – Zahlen in der Corona-Sterbestatistik, die jeden Morgen und jeden Abend in den Nachrichten wie Wasserstandsmeldungen vorgelesen werden.

          Bundespräsident Steinmeier hat eine ähnliche Form der Trauer für die mittlerweile mehr als 61.000 Menschen angeregt, die hierzulande schon an der Seuche gestorben sind. Die Bürger sollten jeden Abend ein Licht in ihr Fenster stellen, um an die Opfer der tückischen Krankheit zu erinnern, die jeden treffen kann, nicht nur Ältere. „Die Toten der Corona-Pandemie sind für uns keine bloße Statistik“, begründete Steinmeier seinen Vorstoß für ein sehr persönliches und dennoch gemeinsames Trauern um jeden Corona-Toten. Große Resonanz fand sein Vorschlag nicht.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Droht dem Westen: Der russische Präsident Wladimir Putin am 21. September 2022

          Putins neue Drohungen : Szenarien für den nuklearen Ernstfall

          Putin hat schon früher mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht. Diesmal sagt er, er bluffe nicht. Washington hat dafür Szenarien ausgearbeitet und Moskau gewarnt.
          Russische Rekruten vor einem Rekrutierungsbüro in der Stadt Krasnodar

          Mobilmachung in Russland : „Unsere Kinder sind kein Dünger!“

          In den Regionen macht sich Unmut über die Massenmobilisierung breit. Im Gebiet Irkutsk wird auf einen Wehrkommissar geschossen, in Dagestan gibt es Proteste. Eine Viertelmillion Russen soll das Land schon verlassen haben.