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Betrugsverdacht bei Tests : Pandemie als Geldsegen

  • -Aktualisiert am

Testgeschäft: In einer Bar in Berlin-Friedrichshain werde kostenlose „Bürgertests“ angeboten. Bild: dpa

Die Außengastronomie darf fast überall wieder öffnen und das negative Schnelltestergebnis ist die Eintrittskarte für viele Gäste. Die Testbranche boomt, doch fehlende Kontrolle begünstigt womöglich auch Betrug.

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          Als „Ankündigungsminister“ gilt Jens Spahn nicht nur bei der Opposition. Auch der Koalitionspartner verlieh dem Gesundheitsminister mit Drang zu Höherem schon vor Wochen diesen Titel. Wie im Februar wird dem wichtigsten Pandemiebekämpfer in Merkels Kabinett beim Thema Teststrategie, wie schon zuvor bei der Masken- und Impfstoffbeschaffung, Missmanagement vorgeworfen. Zu Beginn der dritten Welle war es sein von der Kanzlerin umgehend kassiertes Versprechen, jeder Bürger erhalte zum 1. März zwei kostenlose Corona-Schnelltests pro Woche. Nun, da die Welle gebrochen ist und für den Besuch der wieder (außen) geöffneten Restaurants und Biergärten ein negativer Corona-Nachweis Bedingung ist, boomt das Testgeschäft.

          Vielerorts herrscht offenkundig Goldgräberstimmung bei Anbietern, die in improvisierten Teststationen mit schnell angelerntem Hilfspersonal „Bürgertests“ vornehmen und sich diese zu profitablen Preisen vom Staat erstatten lassen. Womöglich wurden im großen Stil auch Tests betrügerisch abgerechnet, die es nie gegeben hat. Dass die zuständigen Gesundheitsbehörden in Ländern und Kommunen bei der Kontrolle auch der medizinischen Qualität der Tests überfordert sind, lässt sich jedoch nicht Spahn anlasten. Aber die vom Bund offenbar recht niedrig angesetzten Standards haben auch branchenfremde Firmen zum Einstieg in die Schnelltestbranche motiviert. Wie bei der Maskenaffäre ist die Pandemie für einige ein wahrer Geldsegen.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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