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Jasper von Altenbockum (kum.)

Kommentar : Zynisches Spiel

Deutschland setzt Anreize, dass sich auf dem Balkan mit Hilfe von Schleppern ganze Dörfer entleeren. Eine echte moralische Haltung bestünde darin, diese Flüchtlingspolitik zu hinterfragen.

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          Mehr als jeder zweite Asylbewerber kommt aus dem Kosovo, aus Albanien, Serbien, Mazedonien oder aus Bosnien-Hercegovina. Vielleicht gibt es im einen oder anderen Fall ein berechtigtes Asylbegehren. Aber es ist lächerlich, zu behaupten, diese Staaten böten massenweise Fluchtgrund.

          Warum in Deutschland nichts geschieht, um die Wanderung vom „Westbalkan“ aufzuhalten, ist ein zynisches Trauerspiel. Deutschland setzt Anreize, dass sich auf dem Balkan mit Hilfe von Schleppern und Neppern ganze Dörfer entleeren. Der deutsche Asyl-Jakobinismus bringt die Migranten dadurch vom Regen in die Traufe. Die Städte müssen Kapazitäten für die Unterbringung von Migranten vorhalten, von denen klar ist, dass sie in kurzer Zeit schon wieder zurückkehren müssen (was sie oft nicht tun). Der Platz für mehr „eigentliche“ Flüchtlinge fehlt.

          Nicht nur das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stellt deshalb die Frage, ob diese Politik noch Sinn und Verstand hat. Wer anderer Meinung ist, liebe Grünen, liebe Linke, schützt seine ach so gute Moral nur vor. Die bessere Moral bestünde darin, endlich die Anreize zu senken.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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