https://www.faz.net/-gpf-7zbdb

Dresdner Kundgebungen : Unterm Pflaster liegt der Pegida-Strand

Die Dresdner Kundgebungen werden im Sande verlaufen. Aber unterm Pflaster liegt der Strand, auf dem sich heutzutage rechts-irrlichterndes Gedankengut ausbreitet.

          Über einen Mangel an Demokratie kann sich Dresden derzeit nicht beklagen. Bald wird es so sein, dass fast an jedem Tag demonstriert wird: erst die einen, dann die anderen, dann wieder die Gegner der einen und die Gegner der anderen. Noch eine Spaltung, und die Woche ist voll.

          Bislang ist es keiner Partei gelungen, mit diesem Phänomen zurechtzukommen, das so neu nicht ist, nur bisher ein Privileg der Linken war. Zwar ist abzusehen, dass die Kundgebungen im Sande verlaufen. Aber unterm Pflaster liegt der Strand, auf dem sich in diesem Fall nicht anarchistisch-linkes wie in den siebziger Jahren, sondern irrlichternd-rechtes Gedankengut ausbreitet.

          Die Abspaltung der Oertel-Gruppe von Pegida geht nicht nur auf den Ärger über Lutz Bachmann zurück, sondern auch darauf, dass die AfD Unterstützung signalisiert hat, sollte statt „Islamisierung“ künftig „direkte Demokratie“ eine größere Rolle spielen. Denn das ist ein Kernanliegen der neuen Partei, die eine „Bewegung“ gut gebrauchen kann. Die CDU schaut zu. Das war damals aber auch nicht anders. Da schaute die SPD den Grünen zu.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Macron erwartet von Johnson neue Erklärungen

          Ringen um den Brexit-Deal : Macron erwartet von Johnson neue Erklärungen

          Berlin und London haben im Streit über den britischen EU-Austritt Gesprächsbereitschaft signalisiert. Für Frankreich sei eine Neuverhandlung des EU-Austritts auf der Grundlage der bisherigen Vorschläge von Johnson jedoch„keine Option“, sagt Macron.

          Boris Johnson trifft Kanzlerin Merkel Video-Seite öffnen

          Livestream : Boris Johnson trifft Kanzlerin Merkel

          Am Mittwoch wird der neue britische Premierminister Boris Johnson zu seinem ersten Staatsbesuch in Berlin erwartet. Verfolgen Sie das Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Livestream auf FAZ.NET

          Topmeldungen

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz

          Nach Vorstoß von Söder : Scholz prüft Verbot von Negativzinsen

          Nach dem Vorstoß aus Bayern will nun der Bundesfinanzminister die rechtliche Grundlage von Strafzinsen überprüfen lassen. Diese seien eine „echte Belastung für private Sparer“. Er fordert die Banken auf, auch ohne Verbot darauf zu verzichten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.