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Kommentar : Sterbehilfe ohne Grenzen

Nicht alle moribunden Patienten, die Sterbehilfe in Anspruch nehmen könnten, würden das auch tun. Doch es wäre naiv zu glauben, eine gesetzliche Regelung würde alle Probleme lösen.

          Die Fakten über den ärztlich assistierten Suizid, wie er im amerikanischen Bundesstaat Oregon seit 1997 praktiziert wird, sind nicht zu bezweifeln: Ärztliche Beihilfe wird nur von einer sehr kleinen Gruppe moribunder Patienten in Erwägung gezogen, und nicht einmal jeder, der sein Leben mit Hilfe eines Arztes beenden darf, macht von dieser Option auch Gebrauch.

          So weit, so gut, dass namhafte Wissenschaftler dafür werben, diese Option auch hierzulande gesetzlich zu ermöglichen - nicht als Alternative zu einem umfassenden palliativmedizinischen Versorgungsangebot, sondern als dessen Teil. Freilich wäre es naiv zu glauben, durch gesetzlich normierte Suizidbeihilfe würden nur Probleme gelöst und nicht auch neue geschaffen.

          Den Sterbehilfeorganisationen etwa würde nicht die Grundlage entzogen. Sie würden ihre Dienste denjenigen anbieten, denen aufgrund restriktiver Indikationen wie jenen in Oregon ärztliche Assistenz verwehrt bliebe. Und: Wenn Beihilfe zum Suizid zu einer professionell zu erbringenden Leistung erklärt werden soll, warum dann nicht gleich die Tötung auf Verlangen?

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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