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Linkspartei : Ab Herbst ohne Wagenknecht

Wollte Wähler wieder zur Linken zurückholen: Sahra Wagenknecht Bild: Reuters

Sahra Wagenknecht spricht schon heute nicht mehr für die Linke: Sie hat wie keine andere Migrationspolitik in ihrer Partei betrieben. Und dennoch könnte genau das der Partei bald fehlen.

          Wie wird sich die Linkspartei ohne Sahra Wagenknecht entwickeln? Sie will im Herbst aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für den Fraktionsvorsitz kandidieren, nachdem sie schon den Rückzug aus der Führung ihrer Sammlungsbewegung angekündigt hatte. Allerdings spricht sie wohl ohnehin nicht mehr für die Linke.

          Denn sie stand nicht für eine Öffnung der Grenzen für alle, und auch nicht für ein umfangreich abgesichertes Bleiberecht für jeden. Sie wollte vielmehr jene am Rand der Gesellschaft zur Linkspartei zurückholen, die sich der AfD zugewandt haben. Tatsächlich ist die Migration als zentrales Thema nicht nur der deutschen Politik der nächsten Jahre eines, zu dem allen Parteien etwas einfallen sollte.

          Jedenfalls ist nicht einzusehen, warum vor allem die AfD von Sorgen und Verteilungskämpfen profitieren sollte, von denen zunächst die eigentliche Klientel der Linkspartei betroffen ist. Auch die Globalisierung und Digitalisierung sowie der damit verbundene Wandel der Arbeitswelt fordern Antworten der Linken – Sahra Wagenknecht könnte ihnen dereinst fehlen.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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