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Exit-Strategien : Falsche und berechtigte Hoffnungen

Bild: dpa

Der Ruf nach einer Ausstiegsstrategie ist berechtigt. Aber eine dafür nötige Isolierung der Risikogruppen könnte sich sehr bald als Wunschtraum herausstellen.

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          Aus den täglichen Meldungen über die Ausbreitung der Corona-Epidemie schimmerte am Donnerstag ein Funken Hoffnung: Deutschland scheint durch die hohe und noch wachsende Zahl gezielter Corona-Tests in der Lage zu sein, den „Shutdown“ von Wirtschaft und Gesellschaft eher früher als später lockern zu können.

          Schon jetzt, nach nur wenigen Tagen, wird ohnehin klar, dass es einen totalen Stillstand nicht geben kann – das Kabinett befasste sich nicht umsonst mit den Lieferketten für Lebensmittel und mit den Personalnöten in der Landwirtschaft. Was dort möglich und nötig ist, sollte auch in anderen Bereichen langsam, aber sicher wieder in Gang kommen können.

          Die Hoffnungen verbinden sich auch damit, dass die Epidemie regional ganz unterschiedlich verläuft. Es wird sich auch hier als Vorteil erweisen, dass Deutschland nicht nur die eine, sondern noch sechzehn andere Regierungen hat, die flexibel reagieren können. Das schließt fortwährende, bundesweite Beschränkungen nicht aus. Im Gegenteil, sie werden umso wichtiger werden für die Bevölkerungsgruppen, die besonders gefährdet sind, je schneller das gesellschaftliche Leben wieder Tritt fassen soll.

          Eine völlige Isolierung bestimmter Altersgruppen, auch das wurde nun klargestellt, ist allerdings mehr Wunsch als Realismus. Nur ein Bruchteil der besonders Gefährdeten lebt in Altenheimen, und selbst die sind alles andere als sicher. Das zeigt das tragische Geschehen in Würzburg.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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