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Kein Himmelfahrtskommando : Söder muss in Bayern bleiben

Markus Söder während der Prunksitzung der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKaG) mit dem Schlappmaulorden, mit dem er zuvor geehrt wurde. Bild: dpa

Bei einer CDU in diesem Zustand wäre die Kanzlerkandidatur für den CSU-Vorsitzenden ein Himmelfahrtskommando.

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          Es hat in der Tat lange gedauert, bis Markus Söder die Hauptrede in Passau halten durfte. Nicht wenige in der CSU hatten daran gezweifelt, dass der Mittelfranke je in die Fußstapfen von Franz Josef Strauß, Edmund Stoiber und Horst Seehofer würde treten können. Letzterer ließ wiederholt erkennen, dass er dringend davon abrate. Söder aber strafte die Kritiker Lügen, die ihm ewige Unreife für die Doppelrolle als Ministerpräsident und Parteivorsitzender attestiert hatten. Er ist nicht mehr der politische Nahkämpfer, der keinem Schlagabtausch aus dem Weg ging, auch nicht in der eigenen Partei.

          Doch an der Klarheit seiner Positionen lässt er nach wie vor keinen Zweifel aufkommen. Den Grünen, die als Hauptgegner der CSU an die Stelle der SPD rückten, schenkt er, anders als mancher CDU-Grande, nichts. Unmissverständlich fällt Söders Urteil über die AfD aus, die sich „von innen heraus völkisch, nationalistisch“ formiere. Höcke sei „ein Nazi“. Diese scharfe Abgrenzung steht der Christlich-Sozialen Union nicht nur gut an; sie nutzt ihr auch bei den Wählern.

          Söder hat, seit er vor zwei Jahren Ministerpräsident wurde, derart an Statur gewonnen, dass man ihn sich selbst in der Schwesterpartei als Kanzlerkandidaten wünscht. Das aber wäre für einen CSU-Vorsitzenden bei einer CDU in diesem Zustand ein Himmelfahrtskommando. Söder muss in Bayern bleiben. Dort hilft er auch der ganzen Union am meisten.

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