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Kommentar : Schutz in Deutschland

  • -Aktualisiert am

Ein Teil der Bevölkerung beginnt sich unter dem Eindruck der Migrationsströme zu radikalisieren. Der Staat muss reagieren - und die Flüchtlinge verlässlich schützen, die es bis nach Deutschland schaffen.

          Es ist keine Überraschung, dass der Verfassungsschutz nun auch Anschläge auf bewohnte Asylbewerberunterkünfte befürchtet. Nicht nur die vielen Attentate auf leerstehende Einrichtungen haben in jüngster Zeit gezeigt, dass die Bereitschaft zu ausländerfeindlichen Gewalttaten zunimmt.

          Im Internet, wo gesellschaftliche Trends früh zu sehen sind, ist das Klima seit langem vergiftet. Erschreckend vieles von dem, was dort über Flüchtlinge geschrieben wird, hätte man früher wohl nur in einer Wehrsportgruppe zu hören bekommen.

          Auch Bewegungen wie Pegida oder die Spaltung der AfD sind Anzeichen dafür, dass sich ein Teil der Bevölkerung unter dem Eindruck der Migrationsströme zu radikalisieren beginnt. Das dürfte noch eine sehr kleine Minderheit sein, weil vielerorts Hilfsbereitschaft und Offenheit überwiegen.

          Aber unterschätzen sollte man dieses Potential nicht, vor allem nicht, wenn es sich mit dem organisierten Rechtsextremismus verbindet. Der Staat muss versuchen, den Zuzug zu begrenzen - aber er muss auch diejenigen verlässlich schützen, die es bis nach Deutschland schaffen.

          Nikolas Busse

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).

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