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Kommentar : Schlechte Nachbarschaft

Die Äußerung Gaulands über den Fußballspieler Boateng ist niederträchtig und zeigt, dass eine demokratische Auseinandersetzung mit der AfD ein frommer Wunsch bleibt.

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          Wer eine Person beleidigt – und sei es auf indirekte Weise –, dies aber als Beschreibung der „Einstellung mancher Menschen“ ausgibt, den bewahrt das normalerweise nicht vor Hieben. Da AfD-Parteivize Gauland den dunkelhäutigen Fußballspieler Boateng aus dem Bunker eines Journalistengesprächs heraus herabgesetzt hat, droht ihm das nicht.

          Gaulands Vorgehen ist niederträchtig, weil er sein völkisch grundiertes Ressentiment hinter einer Maske der Sorge versteckt, allzu menschliche Ängste vor dem Fremden aufnimmt und sie gleichzeitig schürt. Es erscheint mehr und mehr als frommer Wunsch, sich mit der AfD so auseinandersetzen zu können, wie es sich für Demokraten gehört.

          Spätestens nach der wütenden Charakterisierung Deutschlands durch Parteichef Meuthen als „linksrotgrün verseucht und versifft“, nun nach der Entgleisung Gaulands und der immer größeren Nähe der AfD zu der von einem Kleinkriminellen geführten Pegida stellt sich die Frage, über was mit der AfD zu reden wäre und mit welchem Ziel. Gutnachbarschaftlich kann man sich das nicht mehr vorstellen.

          Richard Wagner
          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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