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Jasper von Altenbockum (kum.)

Nach der Wahl von Laschet : Nur mit Merz

Friedrich Merz und Armin Laschet am 16. Januar hinter den Kulissen des Berliner Parteitags. Bild: AFP

Findet Merz seinen Platz in der CDU nicht, finden ihn auch viele Wähler nicht, die zwischen CDU, FDP und AfD schwanken. Aber Merz verlangt das Unmögliche. Damit leistet er seinen Anhängern einen Bärendienst.

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          Die Landesverbände der CDU in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg tun sich schwer damit, die Merz-Anhänger auf Armin Laschet einzuschwören. Zu sehr haben viele ihrer Mitglieder und Funktionäre auf die Lichtgestalt Friedrich Merz gesetzt, und zu groß waren die Hoffnungen, die sich für die bevorstehenden Landtagswahlen mit seinem Namen verbinden.

          Merz gilt als jemand, der die Abwanderung in Richtung AfD stoppen und Abgewanderte zurückgewinnen kann. Das wird jetzt nur noch ansatzweise gelingen, wenn er sich einbinden lässt. Indem er solche Versuche abwehrt oder gar vor den Kopf stößt, indem er mit Provokationen das Unmögliche verlangt, leistet er dem Projekt, der CDU wieder einen rechten Flügel zu geben, einen Bärendienst. Findet Merz seinen Platz in der CDU nicht, finden ihn auch viele Wähler nicht, die zwischen CDU, FDP und AfD schwanken.

          Am CDU-Vorsitzenden wird wohl kaum mehr gerüttelt werden, aber schon am Tag nach der Wahl hat die Debatte über den Kanzlerkandidaten begonnen. Merz-Anhänger werden die Werbetrommel für Markus Söder rühren, um Armin Laschet zu verhindern. Ganz Verwegene werden nach einem Mitgliederentscheid rufen, um Friedrich Merz über die Hintertreppe wieder ins Spiel zu bringen. In Mainz, Stuttgart und Magdeburg wird sich die CDU aber entscheiden müssen: Schlechte Verlierer haben noch nie eine Wahl gewonnen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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