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Kommentar : Meuthens letzte Rettung

Der Austritt Jörg Meuthes aus der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg war folgerichtig. Doch dem Schatten des rechten Flügels wird er damit nicht entkommen. Und es droht schon neue Gefahr.

          Die Spaltung der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg war für Jörg Meuthen die letzte Rettung. Hätte der Fraktionsvorsitzende sich weiter von Abgeordneten seiner Fraktion vorführen lassen, die ein Gutachten brauchen, um festzustellen, was offensichtlicher Antisemitismus ist, hätte er auch als Bundesvorsitzender der AfD seine Autorität verspielt – jedenfalls in den Augen derjenigen, die in der Partei mehr sehen als ein Sammelbecken völkischer Schwadroneure.

          Die machen im Zeichen einer radikalen Islam-Kritik, einer ethnisch ausgerichteten Einwanderungspolitik und einer Gleichsetzung von Republik und EU mit einer Diktatur immer mehr von sich reden. Meuthen versucht, mit der Stuttgarter Meuterei ein Exempel zu statuieren – gegen diese rechtsradikale Infiltration der AfD, an der die Gründungsväter der Partei nicht ganz unschuldig sind.

          Doch selbst, wenn ihm das gelingt, wird er den Schatten dieses Parteiflügels, der im Osten kräftig schlägt, so schnell nicht los. Und es gibt noch einen neuen: den Schatten der Maulhelden, die den „Brexit“ als durchdachte Politik verkauften.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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