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Kommentar : Integrationskraft

Eine generationsübergreifende Studie über türkischstämmige Bürger unterstreicht die Integrationskraft der deutschen Gesellschaft - und offenbart gleichzeitig die größte Hürde.

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          Die Studie der Universität Münster über die türkischstämmige Bevölkerung in Deutschland zeigt, wie groß die Integrationskraft der deutschen Gesellschaft ist, aber auch, wo die Grenzen liegen. Groß ist sie, solange der Dreiklang aus Sprache, Arbeit und Schule beachtet wird.

          Da sind Fehler gemacht worden, nicht nur von Politikern, die von Einwanderung nicht viel wissen wollten, sondern auch von solchen, die es als Zumutung empfinden, von Einwanderern kulturelle Leistungen zu fordern (zum Beispiel, Deutsch zu lernen).

          Die Grenze der Integrationskraft ist mit dem Wort „Anerkennung“ beschrieben. Die besten Sprachkenntnisse, die beste Schule und auch der beste Arbeitsplatz helfen nichts, wenn daraus nicht ein gesellschaftliches Erfolgserlebnis wird.

          Das mag ein Grund dafür sein, dass die dritte Generation der Einwanderer wieder „religiöser“ wird, ohne zur Gemeinschaft praktizierender Muslime zu gehören. Gegen Religiosität spricht aber nichts, solange sie nicht dazu dient, sich als Opfer und Heiliger in einem zu fühlen. Das gilt, ganz nebenbei, auch für die alteingesessenen Deutschen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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