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Herdenimmunität : Der Impfzank gehört nicht in die Schule

  • -Aktualisiert am

Für ihn oder für alle? Ein Dreizehnjähriger wird in Schleswig-Holstein geimpft. Bild: dpa

Der oft unversöhnliche Streit über Masken oder Corona-Tests hat längst die Klassenzimmer erreicht. Wenn nun auch noch an Schulen geimpft wird, könnten Kinder unter Druck geraten.

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          Dass es solche und solche Schulen gibt, haben Eltern und Schüler in der Pandemie oft erlebt. Es gab die zupackenden Leiter und Lehrer, die früh kreative Lösungen für Bildung fanden und die das Beste aus den digitalen Mitteln herausholten. Auf der anderen Seite gab es Bedenkenträger, die vor der ersten Onlinehausaufgabe datenschutzrechtliche Gutachten abwarteten und ihre Überforderung an Schüler und Eltern weitertrugen.

          Solches Beamtendenken im schlechtesten Sinne, von vielen Verbandsvertretern intoniert, ging nicht nur Eltern auf die Nerven, die in ihren Jobs vom ersten Corona-Tag an mit viel Einsatz den Laden am Laufen hielten. Es schadete auch dem Projekt Pandemiebekämpfung.

          Wiederholt sich das nun beim Impfen? Mancherorts wartet nach den Ferien schon das Impfmobil auf dem Schulhof, doch aus den Verbänden hagelt es wieder Kritik – und diesmal haben sie ein berechtigtes Anliegen.

          Es gibt keine Impfpflicht

          Zwar hat inzwischen auch die STIKO die Impfung von 12- bis 17-Jährigen empfohlen, weil neue Daten nicht auf schwere Nebenwirkungen hindeuten. Allerdings werden die allermeisten infizierten Kinder und Jugendlichen gar nicht krank. Eine gründliche ärztliche Beratung von Kindern und Eltern ist in dieser Lage unumgänglich. Die Eltern sind in der Schule aber nicht zur Stelle. Deshalb sehen auch Ärzteverbände Schulimpfungen skeptisch.

          Explosiv wird die Sache wegen der Bedeutung jenseits der Schule. Wenn Kinder sich trotz geringen Corona-Risikos impfen lassen, schaffen sie einen Ausgleich für impfunwillige Erwachsene. Die Politik hat aber keine Impfpflicht verhängt. Auch der Druck auf Ungeimpfte muss sich daher in Grenzen halten – schon gar der Druck auf Minderjährige.

          Schon jetzt tragen Schüler die von ihren Eltern (oder anderen Influencern) oft unversöhnlich ausgetragenen Konflikte über Masken, Tests und Impfungen in die Schulen. Die aber haben, gerade wegen der Versäumnisse in der Pandemie, dieses Jahr besonders viel zu leisten.

          Viele Pädagogen wären natürlich dennoch in der Lage, Gruppendruck zu verhindern und altersgerecht über Impfungen zu informieren. Doch wir wissen: Es gibt solche und solche Schulen.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

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