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Mehr Freiwilligendienste : Kraftlose Union

Nicht nur beim Roten Kreuz und nicht nur in Halle/Saale: Mehr Plätze und mehr Geld für den Freiwilligendienst tun not. Bild: dpa

Die CDU brachte das Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt durch Freiwilligendienste auf und machte nichts daraus. Das haben sich die Grünen nicht zweimal sagen lassen.

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          Der Berg kreißte und gebar eine Maus – so jedenfalls könnte eine Zwischenüberschrift in dem Kapitel der jüngeren CDU-Geschichte lauten, das von einer unkonventionellen Idee einer unkonventionellen Generalsekretärin handelte. Erst wurde Annegret Kramp-Karrenbauer Parteivorsitzende, dann glaubte sie, sich als Verteidigungsministerin bewähren zu müssen. Doch schnell erwies sie sich den Anforderungen an den CDU-Vorsitz als nicht gewachsen, inzwischen dürfte sie froh sein, wenn sie auch dem nächsten Bundeskabinett angehören wird.

          Ähnlich bergab ging es mit der Idee, den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch die Einführung einer Dienstpflicht zu stärken. Aus einem kühnen, aber verfassungsrechtlich heiklen Projekt wurde ein auf tausend Freiwillige begrenzter Dienst bei der Bundeswehr.

          Wie ein wirklich raumgreifendes Konzept zum Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt aussieht, testen derzeit die Grünen: Eine signifikante Erhöhung der Zahl der Plätze für einen Freiwilligendienst, dazu finanzielle Anreize, die verhindern, dass junge Erwachsene um ihres gesellschaftlichen Engagements willen ein Jahr länger bei den Eltern wohnen müssen.

          Auf diese Ideen hätten auch andere Parteien kommen können. Doch die Union wirkt kraftlos, von Bundesfamilienministerin Giffey (SPD) gar nicht erst zu reden. Dass die sogenannten Volksparteien bei Jung- und Erstwählern kaum noch ein Bein auf die Erde bekommen, ist nicht verwunderlich.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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