https://www.faz.net/-gpf-87cru

Kommentar : Die Farbenlehre der politischen Korrektheit

„Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“: Schlagersänger Roberto Blanko und CSU-Politiker Joachim Herrmann. Bild: dpa

Gerade die Schwarzen sollten doch wissen, dass man Schwarze nur Schwarze nennen darf.

          1 Min.

          Ob die ARD nun auch diese Ausgabe von „hart aber fair“ aus dem Netz nimmt, wenigstens vorübergehend wie die Sendung zur Gleichstellung? Das müsste sie doch wohl, nachdem in der jüngsten Talkshow Joachim Herrmann ungehindert das dunkeldeutsche Wort „Neger“ aussprechen durfte, das zuvor auch schon in einem Einspieler gefallen war.

          Ein einfaches „Holla!“ des Moderators genügte da nicht, um das helle Deutschland zu besänftigen, das sich nun in hellster Aufregung befindet. Schließlich sprach der bayerische Innenminister sogar von einem „wunderbaren Neger“. Es hilft auch nichts, dass Blanco sich nicht beleidigt fühlt, denn der Sänger könnte befangen sein, seit ihm sein Satz „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“ die Ehrenmitgliedschaft der CSU einbrachte. So etwas färbt ab.

          Blancos Empfehlung, besser von einem „Farbigen“ zu sprechen, ist jedenfalls auch mit Vorsicht zu genießen. Es gibt Schwarze, die es strikt ablehnen, als Farbige bezeichnet zu werden. Selbst die Schwarzen von der CSU müssen sich daher wohl noch einmal intensiv mit der Farbenlehre der politischen Korrektheit befassen.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

          Weitere Themen

          Zweite Amtszeit für Guterres Video-Seite öffnen

          UN-Generalsekretär : Zweite Amtszeit für Guterres

          Guterres wurde von der 193 Mitglieder zählenden UN-Generalversammlung für weitere fünf Jahre ernannt. Er ist ein großer Befürworter des Klimaschutzes, von COVID-19-Impfstoffen für alle sowie der digitalen Zusammenarbeit.

          Topmeldungen

          Auge in Auge mit den „Gelbwesten“: eine französische Polizistin im April 2019 in Paris

          Sorge in Frankreich : Das zerrüttete Verhältnis von Polizei und Presse

          Polizisten und Journalisten stehen sich in Frankreich fremd gegenüber, die Pressefreiheit ist in Gefahr. Deshalb suchte die Regierung den Rat einer unabhängigen Kommission. Unsere Korrespondentin war Teil davon.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.