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Kommentar : Die Farbenlehre der politischen Korrektheit

„Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“: Schlagersänger Roberto Blanko und CSU-Politiker Joachim Herrmann. Bild: dpa

Gerade die Schwarzen sollten doch wissen, dass man Schwarze nur Schwarze nennen darf.

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          Ob die ARD nun auch diese Ausgabe von „hart aber fair“ aus dem Netz nimmt, wenigstens vorübergehend wie die Sendung zur Gleichstellung? Das müsste sie doch wohl, nachdem in der jüngsten Talkshow Joachim Herrmann ungehindert das dunkeldeutsche Wort „Neger“ aussprechen durfte, das zuvor auch schon in einem Einspieler gefallen war.

          Ein einfaches „Holla!“ des Moderators genügte da nicht, um das helle Deutschland zu besänftigen, das sich nun in hellster Aufregung befindet. Schließlich sprach der bayerische Innenminister sogar von einem „wunderbaren Neger“. Es hilft auch nichts, dass Blanco sich nicht beleidigt fühlt, denn der Sänger könnte befangen sein, seit ihm sein Satz „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“ die Ehrenmitgliedschaft der CSU einbrachte. So etwas färbt ab.

          Blancos Empfehlung, besser von einem „Farbigen“ zu sprechen, ist jedenfalls auch mit Vorsicht zu genießen. Es gibt Schwarze, die es strikt ablehnen, als Farbige bezeichnet zu werden. Selbst die Schwarzen von der CSU müssen sich daher wohl noch einmal intensiv mit der Farbenlehre der politischen Korrektheit befassen.

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