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Auswärtiges Amt : Eine bunte Truppe

Auf diesem Bild haben sich vier Frauen und null Einwanderer versteckt: Außenminister Frank-Walter Steinmeier Mitte 2014 mit den Leiterinnen und Leitern der deutschen Botschaften und Konsulate sowie den Führungskräften aus dem Ministerium Bild: dpa

Lasst Migranten um mich sein: Außenminister Steinmeier wünscht sich mehr Bewerber aus Einwandererfamilien für den diplomatischen Dienst. Im Auswärtigen Amt wird man begeistert sein.

          Die Weltpolitik – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2015. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Auswärtiges Amt, das mit seiner fast 6000 Mann starken Besatzung... Starke Besatzung? Außenminister Steinmeier hält sie offenbar für nicht stark genug. Die Aufgaben von morgen könnten nicht mit dem Personal von gestern bewältigt werden, meint jedenfalls mancher in der Führungsetage des traditionsreichen Hauses, das biegsam alle Zeitläufe überdauert hat.

          Jetzt soll aus der geschlossenen Gesellschaft eine bunte Truppe werden. Lasst Migranten um mich sein, mahnt der Außenminister, zufällig zur Zeit der Kopftucherlaubnis des Bundesverfassungsgerichts. Damit macht Steinmeier, der ohnehin von Krise zu Krise eilt, im eigenen Haus eine neue Baustelle auf.

          Denn das zur Schau getragene Bemühen um neue, andere Bewerber ist ja nichts anderes als Kritik an den bisherigen sowie am aufwändigen Auswahlverfahren. Im Amt wird man begeistert sein. Übrigens: So wenig Familientradition ein Qualifikationsmerkmal sein sollte, so wenig ist es ein Migrationshintergrund.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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