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Kommentar : Der ewige Horst

Der bayerische Ministerpräsident Seehofer ist sowohl wendig als auch listig. Es wäre deshalb nicht verwunderlich, wenn er in die Geschichtsbücher als Horst der Ewige eingeht.

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          Für den Regenten Horst Seehofer sind viele Beinamen denkbar, die er dereinst in Geschichtsbüchern tragen dürfte. Horst der Wendige etwa oder Horst der Listige. Wendig nämlich erweist sich Seehofer nicht nur bei Inhalten, sondern auch bei der Zuteilung seiner Sympathie – was natürlich wieder listig ist.

          Sicher darf sich seiner Gunst niemand sein. Schon gar nicht, wenn es um seine Möchtegern-Nachfolger geht. Sie alle müssen im Schatten Seehofers so manches erdulden. Doch bislang immerhin konnten sie sich an dem Gedanken erbauen, dass das alles mal eine Ende hat: 2018, dem Jahr in dem man das Ende der Seehoferschen Regentschaft erwartet hat. Bislang.

          Denn da Seehofer eben wendig und listig ist, hat er angedeutet, dass alles ganz anders laufen könnte. Wenn nämlich kein „ordentlicher“ Generationenübergang gewährleistet sei. Was wohl heißen dürfte: Wenn ihm die Nachfolgereglung nicht gefällt. Wer also weiter im Schatten auf die Gunst des Regenten wartet, muss sich nicht wundern, wenn Seehofer als Horst der Ewige in die Geschichtsbücher eingeht.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

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