https://www.faz.net/-gpf-9k1c4

Kündigung nach Wiederheirat : Das Scheitern der kirchlichen Dienstgeber

Das Erzbistum Köln ist mit einer Klage vor dem Bundesarbeitsgericht gescheitert (Symbolbild). Bild: dpa

Das Grundübel der kirchlichen Arbeitgeber ist die Ableitung der „Kirchlichkeit“ auf seine Mitarbeiter. Doch es geht auch anders – kirchliche Einrichtungen im Osten und Norden Deutschlands machen es vor. Ein Kommentar.

          Die neunmalklugen Juristen des Erzbistums Köln haben es wider besseren Rat wissen wollen – und jetzt haben sie es auf dem Umweg über den Europäischen Gerichtshof auch aus Erfurt schriftlich: Die Anwendbarkeit des im Kern unstrittigen, da von der Verfassung geschützten kirchlichen Arbeitsrechts endet spätestens dort, wo gewohnheitsmäßige Willkür auch noch mit dem Antidiskriminierungsrecht kollidiert.

          Solche Fallkonstellationen werden die „Dienstgeber“ beider Konfessionen in Zukunft wohl nach Kräften vermeiden. An dem Grundübel ändert das nichts, nämlich die „Kirchlichkeit“ einer Einrichtung von einer Kirchenmitgliedschaft der Mitarbeiter (ev.) abzuleiten beziehungsweise auf die persönliche Lebensführung der Mitarbeiter abzuwälzen (kath.).

          Dass es auch anders geht, zeigt sich in vielen kirchlichen Einrichtungen im Osten und Norden Deutschlands; dort stellen sich vielfach ungetaufte Mitarbeiter unter den Anspruch des Handelns im Geiste des Christentums. Nicht das ist die Lebenslüge, sondern das Festhalten an einem unchristlichen Machtanspruch.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Johnson sorgt wegen Streit mit Freundin für Polizeieinsatz Video-Seite öffnen

          Verlust von Wählergunst : Johnson sorgt wegen Streit mit Freundin für Polizeieinsatz

          Auf der Veranstaltung der Konservativen hatte Johnson viele Zuhörer auf seiner Seite. Nach einer Umfrage der Zeitung „Mail on Sunday“ verliert der bisherige Favorit für die Nachfolge von Regierungschefin Theresa May aber an Boden gegenüber seinem innerparteilichen Rivalen Jeremy Hunt.

          Topmeldungen

          Steinbach und der Fall Lübcke : „Du trägst Mitschuld an seinem Tod“

          Nach dem Mord an Walter Lübcke hat der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber seinen Vorwurf gegenüber seiner früheren Parteifreundin Erika Steinbach wiederholt. Steinbach sieht darin eine Diffamierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.