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Vor der Bundestagsentscheidung : Spiel mit der Sterbehilfe

Eine Woche vor der Abstimmung im Bundestag über die Sterbehilfe wollen namhafte Befürworter von ihren Gesetzesentwürfen plötzlich nichts mehr wissen. Das kann nur einen Grund haben.

          Was ist in den vergangenen Monaten nicht alles angeführt worden, um dem in der Bevölkerung angeblich weitverbreiteten Wunsch nach Beihilfe zum Suizid durch Ärzte oder Sterbehilfeorganisationen endlich per Gesetz Rechnung tragen zu müssen? Mal war das Menschenrecht auf Selbstbestimmung gefragt, mal die Berufs- und Gewissensfreiheit der Ärzte bedroht, lautstark wurde die mit dem Status quo einhergehende erhebliche Rechtsunsicherheit beklagt, wahlweise aber auch die Notwendigkeit gesehen, für die organisierte und geschäftsmäßige Form der Sterbehilfe endlich hohe Standards zu setzen.

          Jetzt, eine Woche vor der Abstimmung im Bundestag, wollen namhafte Pro-Suizidbeihilfe-Politiker von ihren Gesetzesentwürfen nichts mehr wissen. Weil diese chancenlos sind, wollen sie nun glauben machen, keine Regelung wäre besser als die aussichtsreichste, das Verbot geschäftsmäßiger Suizidassistenz. Wie bitte? Kämen die Hintzes und Künasts am kommenden Freitag zum Zug, es bliebe nicht nur bei den von ihnen lauthals beklagten Missständen. Organisierte Sterbehelfer hätten leichteres Spiel denn je.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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