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Ausschreitungen in Heidenau : Beschämender Rassismus

  • -Aktualisiert am

Polizisten gehen gegen Randalierer vor dem Asylbewerberheim in Heidenau vor. Bild: Reuters

Die Exzesse des rechtsextremen Mobs wie im sächsischen Heidenau verdunkeln Deutschlands Bild in der Welt. Der Einsatz der Polizei gegen die fremdenfeindlichen Krawallen aber sollte fair beurteilt werden.

          Es ist beschämend, was sich im Osten Deutschlands an Fremdenfeindlichkeit und Rassismus immer wieder aus der Deckung wagt, um gegen Flüchtlinge und Notquartiere zu agitieren und zu agieren. Der angetrunkene rechtsextreme Mob – mit Bierflaschen, Feuerwerkskörpern und Steinen bewaffnet – will die Flüchtlinge, aber auch die große Zahl der hilfsbereiten und mitfühlenden Deutschen einschüchtern.

          Dass die Polizei in Heidenau bei Dresden Dutzende Verletzte zu beklagen hat, macht die jüngste Eskalation deutlich. Zu den Initiatoren des Aufmarschs der angeblich „besorgten Bürger“ – Hunderte trabten wohl begeistert mit oder nur hinterher – gehört die NPD, die im 25. Jahr der Einheit dafür sorgt, dass sich Deutschlands Bild in der Welt verdunkelt.

          Der CDU-Bürgermeister des Ortes wurde im Hetzjargon der Ewiggestrigen als „Volksverräter“ beschimpft. Bundesinnenminister de Maizière hat angekündigt, solchen Angreifern mit der „gesamten Härte des Rechtsstaates“ entgegenzutreten, weil jeder Asylbewerber, sogar derjenige, „der morgen abgeschoben wird“, heute Anspruch auf eine faire Behandlung habe.

          Gleichzeitig gibt es vereinzelt Kritik daran, dass eine „überforderte“ Polizei Tränengas und Pfefferspray einsetzte. Allerdings haben die Beamten ebenfalls Anspruch auf eine faire Beurteilung, denn wer will schon in solchen Auseinandersetzungen ordnend und schützend eingreifen müssen!

          Vom Schreibtisch aus lässt sich gut belehren, ebenso von den Oppositionsbänken aus, wo Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckhart der Kanzlerin „Zögerlichkeit“ vorwirft. Ein Machtwort Merkels wird den Mob nicht stoppen, dürfte jedoch auch nicht schaden.

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