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Drohnen für die Bundeswehr? : An der Drohnenfront der SPD

Eine bewaffnete Drohne vom Typ Reaper Bild: dpa

Die SPD veranstaltet ein Drohnenkränzchen. Schade, dass Wolfgang Thierse nicht dabei ist. Der könnte auch etwas beitragen.

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          Soll niemand sagen, die SPD begnüge sich damit, Malu Dreyer zu feiern wie Jeanne d’Arc nach der Befreiung von Orléans. Auch reicht es der Partei nicht, für Jens Spahn schon einmal einen virtuellen Scheiterhaufen aufzurichten. Auf den letzten Metern als jedenfalls formelle Regierungspartei wollen die Sozialdemokraten auch noch klären, wie sie es mit der Drohne halten sollen, genauer: der bewaffneten Drohne.

          Der Wunsch der Generäle und des Koalitionspartners, solche Waffensysteme auch für die Bundeswehr anzuschaffen, hatte die SPD-Führung in einen Gewissenskonflikt gestürzt: Würde dieses ferngesteuerte Teufelszeug es nicht auch dem friedliebenden Deutschland noch leichter machen, sich wie ein Stuka in Kriege zu stürzen?

          Das ist in unzähligen Anhörungen und Diskussionen schon so oft bezweifelt worden, dass es der SPD-Spitze verdächtig vorkommen musste. Sie hat deswegen eine eigene Projektgruppe eingesetzt, auf deren Urteil die Partei sich zweifellos verlassen kann, wenn es eines fernen Tages vorliegt. Mit Herta Däubler-Gmelin und Gesine Schwan wirft die SPD gleich zwei Grand Old Genossinnen mit scharfem Verstand und ebensolcher Zunge an die Drohnenfront.

          War da mit der einen nicht gerade was? Vergeben und vergessen dieses Missverständnis; die SPD ist eine Friedenspartei. Schade nur, dass das Drohnenkränzchen ohne Wolfgang Thierse auskommen muss. Der wüsste auch einiges über die Kriegsführung auf Distanz.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

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