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Kommando Spezialkräfte : Geheimnisumwitterte Elitekämpfer

Der Einsatzraum reicht vom Horn von Afrika bis an den Hindukusch

Zirka 100 „Spezialkräfte“ können bis heute unter diesem Mandat eingesetzt werden. Der Einsatzraum ist weit, er reicht vom Horn von Afrika bis an den Hindukusch, doch das einzige Land, in dem das Mandat den Einsatz ohne Zustimmung der Regierung erlaubt, ist Afghanistan. Tatsächlich eingesetzt wurden dort KSK-Soldaten unter diesem Mandat von Ende 2001 bis Sommer 2003. Doch hatten die Amerikaner - ausweislich von Erinnerungsveröffentlichungen damaliger Mitglieder der Administration - die Auffassung, die Teilnahme der Verbündeten (mit Ausnahme der Briten) sei politisch wichtig, militärisch aber marginal bis hinderlich. Zumal die Deutschen, die (wie ein amerikanischer Vier-Sterne-General später einmal urteilte) zwar tüchtige Jungs sein mochten, aber nicht einmal über eigene Hubschrauber verfügten.

Das erste deutsche Einsatzkontingent bekam keinen eigenen Einsatzraum zugewiesen. In den Kämpfen um die Al-Qaida-Festung Tora-Bora im Dezember 2001 wurden die KSK-Soldaten im „äußeren Ring“ dazu eingesetzt, zu beobachten und Bewegungen zu melden. Später hatten sie unter anderem die deutschen Soldaten, die unter dem Isaf-Stabilisierungsmandat inzwischen in Afghanistan waren, weiträumig abzusichern. Weitgehend aber hockten sie - nach einer Schilderung des damaligen Verteidigungsministers Peter Struck - herum, fühlten sich absolut unterbeschäftigt und frustriert. Daraufhin entschied Struck, sie abzuziehen.

Zugriffsoperationen in Afghanistan

Wenn das KSK danach in Afghanistan eingesetzt war, dann unter Isaf-Mandat. Überwiegend ging es auch da um den Schutz anderer deutscher Kräfte. Doch gab es auch Zugriffsoperationen. Im Oktober 2006 wurde eine Gruppe von Bombenlegern in Kabul hochgenommen. Es sollen die Urheber des Anschlags gewesen sein, der drei Jahre zuvor gegen einen deutschen Bundeswehrbus auf dem Weg zum Heimflug verübt worden war. Ein wichtiges Signal, dass sie von Deutschen geschnappt wurden - umso schmerzlicher, dass die Täter aus dem afghanischen Gewahrsam, in das sie gegeben wurden, wieder diffundiert sein sollen.

Ähnlich frustrierend muss ein Zugriffsversuch in diesem Jahr gewesen sein: Ein „Taliban“-Führer, der auch an Angriffen gegen deutsche Truppen beteiligt gewesen sein soll, entkam den Kommandosoldaten knapp. Allerdings haben ihn nicht, wie es in ersten Presseberichten hieß, restriktive deutsche Einsatzregeln gerettet, die die Soldaten am Schießen gehindert hätten, sondern ein Tipp von afghanischer Seite. Einsätze der „internationalen Afghanistan-Unterstützungstruppe“, wie Isaf wörtlich übersetzt heißt, müssen mit den Landesbehörden abgestimmt werden. Zuletzt wurde gemeldet, das KSK habe ein Taliban-Waffenlager ausgehoben.

Sie bildeten eine verschworene Gemeinschaft

Mit Afghanistan zu tun hat auch die Kurnaz-Affäre. Dabei geht es um den Bremer Türken Murat Kurnaz, der unter dem Verdacht, Taliban-Kämpfer zu sein, Ende 2001 den Amerikanern in Afghanistan in die Hände gefallen war und im Lager Kandahar gefangen gehalten wurde, ehe er nach Guantánamo verbracht wurde. Dieser Mann hatte nach seiner Freilassung angegeben, er sei in Kandahar von KSK-Soldaten misshandelt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, aber auch der Bundestag richtete einen Untersuchungsausschuss ein: auf Initiative der Koalition im Verteidigungsausschuss. Die Geheimhaltungsbedürfnisse des Kommandos sollten gewahrt werden können.

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