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Betrügerischer Klitschko-Anruf : Russische Komiker wollen Giffey hereingelegt haben

  • -Aktualisiert am

Das Videotelefonat zwischen einem vorgeblichen Vitali Klitschko mit Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) Bild: dpa

Ein Videoanruf Vitali Klitschkos bei mehreren europäischen Bürgermeistern sorgte für Aufsehen. Von Deepfakes und digitaler Kriegsführung war die Rede. Doch der Hintergrund könnte auch weit einfacher sein.

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          Zwei russische Komiker behaupten, hinter den betrügerischen Videogesprächen mit mehreren europäischen Bürgermeistern zu stecken. Gegenüber mehreren Medien deuteten Wladimir Kusnezow und Alexej Stoljarow an, die Urheber dieser „Streiche“ zu sein. Sie kündigten an, ihr Vorgehen auf einem russischen Video-Portal bald genauer zu erklären. Unter anderem Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hatte mit einer Person gesprochen, die wie der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko aussah.

          Lukas Fuhr
          Redakteur in der Politik.

          Auf Nachfrage des ARD-Magazins „Kontraste“ verneinte Stoljarow einen politischen Hintergrund. Einen solchen hatte Giffey im Nachgang des Gesprächs unterstellt und von einem „Mittel der modernen Kriegsführung“ gesprochen. Mittlerweile schließt die SPD-Politikerin dem Bericht zufolge aber auch „karikaturistische Hintergründe“ nicht mehr aus, hält die Tat aber ungeachtet des Motivs für verurteilungswürdig: „Diese Aktionen decken sich mit den Narrativen und den Zielen des Kremls. Sie wollen die Partnerinnen und Partner der Ukraine vorführen und das Vertrauen in die Ukraine und auch in uns schwächen. Das werden sie nicht schaffen. Ich verurteile diese Tat. Berlin steht an der Seite der Ukraine.“

          Die beiden russischen Komiker, die als „Vovan und Lexus“ auftreten, fallen immer wieder mit Fakes auf. Zuletzt ließen sie zum Beispiel die Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling glauben, mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu telefonieren. Auch als Greta Thunberg gaben sich „Vovan und Lexus“ aus, dass der kanadische Premierminister Justin Trudeau sich auf einen Austausch einließ.

          In Österreich zieht man aus den Fake-Gesprächen Konsequenzen

          Die Berliner Senatskanzlei hatte nach dem Gespräch am vergangenen Freitag, das fast eine halbe Stunde gedauert haben soll, mitgeteilt, wohl Opfer eines Deepfakes geworden zu sein. Bei dieser Technik wird ein Bild oder Video mithilfe einer künstlichen Intelligenz erzeugt. Ob der falsche Klitschko aber tatsächlich auf diese Weise animiert wurde oder ob die Komiker nicht eher alte Video-Ausschnitte neu zusammensetzten und Giffey vorspielten, ist bisher unklar. In Berlin ermittelt der Staatsschutz des Landeskriminalamts dazu. Allerdings gibt es offenbar keinen Mitschnitt des Gesprächs, was die technische Aufklärung erschweren dürfte. Bisherigen Erkenntnissen zufolge nutzten die Betrüger eine E-Mail-Adresse, die der des Kiewer Bürgermeister ähnlich war, um das Gespräch anzubahnen.

          Andernorts hat der Fake Konsequenzen. Nachdem der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig erst nach Ende des Gesprächs mit dem vermeintlichen Klitschko gemerkt hatte, das er hereingelegt wurde, mahnte das österreichische Außenministerium, solche Gespräche künftig mit den Botschaften anderer Länder abzustimmen.

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