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Zum Tod von Eduard Ackermann : Kohls treuer Statthalter

„Der wichtigste Mann im Kanzleramt“: Eduard Ackermann 1989 in Bonn Bild: Imago

Eduard Ackermann war einer der engsten Mitarbeiter von Helmut Kohl. In den achtziger und frühen neunziger Jahren galt er als „wichtigster Mann im Kanzleramt“. Nun ist Ackermann im Alter von 86 Jahren in Bonn gestorben.

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          Die Bezeichnung „Geheimrat“ war als Ehrentitel gedacht für Eduard Ackermann. Benutzt wird sie heute noch von denjenigen, die ihn über lange Zeit erlebt und geschätzt haben. Als einer der engsten Mitarbeiter des einstigen Bundeskanzlers Helmut Kohl war Ackermann nicht der Mann für die Kameras und Mikrofone. Er beriet den Kanzler im allerkleinsten Kreis. Diejenigen, die damals in den achtziger und frühen neunziger Jahren in Bonn dabei waren, sagen, er sei „der wichtigste Mann im Kanzleramt“ gewesen. Nun ist Ackermann im Alter von 86 Jahren in Bonn gestorben.

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Formal leitete Ackermann die Abteilung 5 für politische und gesellschaftliche Analysen, Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit. Tatsächlich war er aber vor allem Kohls Vertrauter, der mit einem großen Netzwerk Informationen einholte und in Kohls Sinne weitergab - sowohl an ihn als auch an andere. Er war wichtiger als mancher Regierungssprecher, wenn es darum ging, ein Bild von Kohls politischem Wirken zu zeichnen. Durch sein schlechtes Sehvermögen war Ackermann gezwungen, eine extrem starke Brille zu tragen, die es dem Gesprächspartner schwer machte zu erkennen, ob er gerade angeschaut wurde oder nicht.

          Ackermann wurde 1928 am Niederrhein geboren, der Vater, ein Schreiner, war als Mitglied der Zentrumspartei politisch aktiv. Sohn Eduard machte 1950 Abitur und studierte anschließend Germanistik, Geschichte und Philosophie in Mainz und Bonn. 1956 wurde er promoviert. Kurz darauf wurde er vom damaligen Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag Heinrich Krone als Mitarbeiter der Pressestelle in die Fraktion geholt. Er arbeitete nach Krone mit den Fraktionsvorsitzenden Heinrich von Brentano, Rainer Barzel, Karl Carstens und schließlich mit Helmut Kohl zusammen. Sein Versuch, ein Bundestagsmandat zu bekommen, scheiterte in den sechziger Jahren. Als Kohl 1982 Regierungschef  wurde, nahm er Ackermann mit ins Kanzleramt. Dort blieb er bis 1994. Nach Kohls letzter Wiederwahl zog Ackermann sich in den Ruhestand zurück.

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