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Kohl-Vertrauter : Früherer CDU-Schatzmeister Leisler Kiep gestorben

  • -Aktualisiert am

CDU-Politiker Walther Leisler Kiep, aufgenommen im September 2011. Bild: dpa

Der frühere CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep ist tot. Er starb am Montag im Alter von 90 Jahren in Kronberg im Taunus. Ein Nachruf.

          Ein gutes Verhältnis zu den Vereinigten Staaten – im politischen wie im persönlichen – hat für Walther Leisler Kiep stets im Zentrum seiner Arbeit gestanden. Er war ein „Atlantiker“ – im Privatberuf in der Wirtschaft, als CDU-Politiker und auch in Organisationen, die sich um die deutsch-amerikanischen Beziehungen kümmerten. Die Herkunft mag dazu beigetragen haben. Der Vater war Vorstandsmitglied der Hamburg-Amerika-Linie gewesen.

          Als Kind lebte er eine Zeitlang in Istanbul. Sein Abitur machte er 1943 in Frankfurt am Main, wo er studierte und eine kaufmännische Lehre abschloss. Leisler Kiep wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann. Das sollte ihn später in der Politik unabhängig von Parteipositionen machen. Er gewann überparteiliches Ansehen.

          Leisler Kiep war nicht auf Posten angewiesen. So gehörte er zu den wenigen CDU-Bundestagsabgeordneten, die den Grundzügen der sozialliberalen Ostpolitik der sozialdemokratischen Bundeskanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt zustimmten. Leisler Kiep trat 1961 der CDU in Hessen bei. Schon 1965 wurde er in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis 1976 angehörte.

          Er kümmerte sich um Entwicklungspolitik und wurde später außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Parallel zum Aufstieg des jungen Helmut Kohl stieg er auch in der Partei auf. Anfang der siebziger Jahre wurde er Bundesschatzmeister und blieb das bis 1992 – eine Zeit, in der er, wie sich später erweisen sollte, von Fehlgriffen nicht frei blieb. Auch in der niedersächsischen Landespolitik war er tätig. Zwischen 1976 und 1980 war er unter Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) als Wirtschafts- und dann als Finanzminister tätig.

          Es folgten dann zwei weitere Jahre im Bundestag – ehe er sich vergebens um das Amt des Ersten Bürgermeisters seiner Geburtsstadt Hamburg bewarb. Fortan widmete er sich der Tätigkeit in der Atlantik-Brücke, deren Ehrenvorsitzender er wurde. Anfang des Jahres war er neunzig Jahre als geworden. In der Nacht zum Montag ist Walther Leisler Kiep gestorben.

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