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Körperscanner : Ein möglichst genaues Bild ohne tiefe Einblicke

  • -Aktualisiert am

Bild: DPA

Sicherheitspolitiker müssen abwägen: Körperscanner, die aktiv Terahertzstrahlen verwenden, könnten noch das kleinste Sprengstoffkügelchen zeigen. Aber es gibt Bedenken - und andere Möglichkeiten.

          5 Min.

          In Deutschland und anderen europäischen Staaten konzentriert sich die Debatte über Sicherheitsvorkehrungen nach dem Anschlagsversuch des Nigerianers Umar Faruk Abdulmutallab auf die Frage der Körperscanner. Der Plastiksprengstoff der Marke Nitropenta, von dem Abdulmutallab offenbar 80 Gramm in seiner Unterhose an Bord eines Airbus schmuggelte, ließe sich zwar auch mit herkömmlichen, seit vielen Jahren an Flughäfen eingesetzten chromatographischen Überprüfungsmethoden zweifelsfrei detektieren. Allerdings ist dafür ein Anfangsverdacht nötig, denn nur einige Gepäckstücke werden vom Sicherheitspersonal mit Probentüchern abgewischt, um diese dann auf Sprengstoffspuren zu prüfen. Außerdem hülfe auch das nicht, wenn die sogenannte Signatur des jeweiligen Sprengstoffs nicht in der Abgleichdatenbank hinterlegt wäre. Auf Chromatographen gestützte Überprüfungssysteme können nur Substanzen identifizieren, deren Muster ihnen bekannt ist.

          Auf den meisten Flughäfen werden Detektoren der Egis-Geräteserie eingesetzt, die mit zwei Hochgeschwindigkeits-Gaschromatographen ausgestattet sind. Gegenstände, beispielsweise eine Kamera oder eine Plastiktasche, können mit einem Tuch abgewischt und in den Probenaufnehmer des Prüfgeräts gesetzt werden. Die Partikelprüfung selbst findet dann in einer geschlossenen Helium- oder Wasserstoffumgebung statt, um alle Umgebungseinflüsse auszuschließen. Auf diese Weise können zum Beispiel Spuren von Plastiksprengstoff erkannt werden, selbst wenn nur ein Billionstel Gramm davon in dem Probentuch hängengeblieben sein sollte.

          Röntgenstrahlen sind nicht ungefährlich

          Die Signatur von Nitropenta allerdings ist längst nicht in allen Abgleichdatenbanken der Flughäfen hinterlegt. Manche Fachleute mutmaßen, das könne daran liegen, dass dieser Plastiksprengstoff seit Jahren auch von Geheimdiensten bevorzugt eingesetzt werde.

          Überprüfungssysteme auf Basis von Körperscannern haben zunächst mit demselben Problem zu kämpfen: ohne gut gefütterte Datenbank keine korrekte Diagnose. Was Körperscanner genau erkennen können und mit welchen Gefahren diese Erkenntnisse verbunden sind, hängt dabei von der Art des Geräts ab.

          Auf vielen amerikanischen Flughäfen sind sogenannte Durchleuchtungsmaschinen im Einsatz. Die Experten sprechen hier vom „Rückstreuverfahren mit Röntgenstrahlung“. Einer der gefragtesten Scanner dieser Bauart ist der „Secure 1000“ der kalifornischen Firma Rapiscan, über dessen Einsatz an italienischen Flughäfen gegenwärtig heftig diskutiert wird. „Das sind wirkliche Röntgengeräte“, sagt Helmut Essen vom Forschungsinstitut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik der Fraunhofer-Gesellschaft. Allerdings emittieren die Röntgenscanner weniger Strahlung als in der Medizin eingesetzte Geräte. Pro Untersuchung soll der Rapiscan nur drei Mikrorem Belastung für den Passagier mit sich bringen. Dennoch warnt das Bundesamt für Strahlenschutz vor Gesundheitsgefahren. „Röntgenstrahlen sind ionisierende Strahlen, die direkt Zellen des menschlichen Körpers schädigen können“, teilt das Amt mit und stellt fest: „Es gibt keine sichere Schwelle, unterhalb derer kein gesundheitliches Risiko mehr bestehen würde.“ Das Bundesinnenministerium will den Einsatz von aktiven Scannern auf Röntgenbasis aber nicht grundsätzlich ausschließen.

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