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„Könnte noch mehr verlangen“ : Sarrazin verteidigt höhere Pension

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Thilo Sarrazin: „Formal könnte ich mich auf den Standpunkt stellen: Meine Arbeit war unerwünscht, aber ich habe nichts falsch gemacht - deshalb stehen mir die vollen Vorstandsbezüge bis 2014 zu.” Bild: dpa

In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung hat Thilo Sarrazin die Erhöhung seiner Pension als Gegenleistung für seinen Rückzug von der Bundesbank verteidigt. „Formal“ stünden ihm „die vollen Vorstandsbezüge bis 2014 zu“. Das aber habe er nicht verlangt.

          Thilo Sarrazin hat die Erhöhung seiner Pension als Gegenleistung für seinen Rückzug von der Bundesbank verteidigt. „Ich habe Anspruch auf genau die Pension, die ich bekommen hätte, wenn ich regulär bis zum 30. April 2014 im Amt geblieben wäre“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

          „Formal könnte ich mich auf den Standpunkt stellen: Meine Arbeit war unerwünscht, aber ich habe nichts falsch gemacht - deshalb stehen mir die vollen Vorstandsbezüge bis 2014 zu. Hunderttausende Euro.“ Das aber habe er nicht verlangt. Auch, weil er nicht als der „Wiedeking der Politik“ gelten wolle.

          Der frühere Berliner Finanzsenator hat laut „Spiegel“ als Gegenleistung für seinen Abschied von der Notenbank durchgesetzt, dass seine monatliche Pension um 1000 Euro angehoben wird. Sie hat nun das Niveau, das ihm erst beim regulären Abschied 2014 zugestanden hätte. Dem „Focus“ zufolge ist der 65 Jahre alte Mann voll pensionsberechtigt und bekommt ab Oktober eine monatliche Altersversorgung von rund 10.000 Euro. Diese decke auch seine früher erworbenen Ansprüche als Berliner Finanzsenator, Staatssekretär in Rheinland-Pfalz und Beamter im Bundesfinanzministerium ab.

          Die SPD hat am Montag ein Ausschlussverfahren gegen Sarrazin in die Wege geleitet, der wegen seiner Thesen zur Integration von Ausländern umstritten ist. Sarrazin bekräftigte in der „Bild“-Zeitung nochmals, dass er nicht freiwillig aus der SPD austreten wolle. „Ich bin 1973 aus Überzeugung in die SPD eingetreten und an meiner Überzeugung hat sich nichts geändert.“ Sarrazin ergänzte: „Ich bin jetzt gespannt auf den Schriftsatz der SPD, der aus meinem Buch parteischädigendes Verhalten herleiten will.“

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