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Königin Silvia zu Missbrauch : „Schnellere Prozesse und kindgerechte Verfahren“

Gründerin der „World Childhood Foundation“: Königin Silvia von Schweden fordert, Missbrauchsverfahren familien- und kindgerechter zu gestalten. Bild: Reuters

Oft dauert es nach einem Missbrauchsfall zu lange, bis betroffene Kinder Schutz, Hilfe oder eine Therapie erhalten. Das will Königin Silvia von Schweden nun ändern – und fordert, Kinder mehr in den Mittelpunkt von Missbrauchsverfahren zu stellen.

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          Königin Silvia von Schweden, Gründerin der „World Childhood Foundation“, fordert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Kinder mehr in den Mittelpunkt der Missbrauchsverfahren zu stellen. Viele dieser Kinder erzählten niemals ihre Erlebnisse. Nur die wenigsten von ihnen sagten vor Gericht dazu aus. Viele warten während eines Verfahrens lange auf eine notwendige Therapie.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Der wichtigste Schritt, so äußert sich Silvia von Schweden gegenüber der F.A.Z. „ist ganz einfach und doch manchmal so schwer: Erst wenn wir unser Schweigen brechen und den Missbrauch und seine Folgen aus der Tabuzone holen, wird es uns gelingen, das Problem zu bewältigen.“ Der nächste Schritt betreffe unseren Umgang mit den betroffenen Kindern. Hierzu gibt es internationale Verträge wie die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen.

          Sie fordert bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigen. Aber wie? Wenn von Missbrauch betroffene Kinder und ihre Angehörigen Hilfe suchen, treffen sie, so Silvia von Schweden, „oft auf eine große Anzahl spezialisierter Hilfssysteme und Verfahrensabläufe, die oft nicht koordiniert, nicht transparent und auch nicht aus der Perspektive des Kindes gedacht sind. Es dauert oft zu lange, bis betroffene Kinder Schutz, Hilfe und wenn nötig Therapie erhalten.“

          „Wir brauchen schnellere Prozesse“

          Viele Kinder fürchteten, dass ihrer Aussage nicht geglaubt wird. Was demnach für einen Ermittlungsrichter bekannte Arbeitskolleginnen sind, sind für ein Kind im Verfahren „viele unbekannte Gesichter“. Sie fügt hinzu: „Eine zweijährige Verhandlungsdauer mögen für eine Familienrichterin als längeres Verfahren gelten, für ein achtjähriges Kind ist das ein Viertel seines bisherigen Lebens“, so Silvia von Schweden in der F.A.Z. Eine Befragung im Gericht sei für einen Strafrichter Routine, für ein zehnjähriges Kind sei es eine Tortur, die nicht selten zu Retraumatisierung führe.

          Silvia von Schweden fordert koordinierte und kindgerechte familien- und strafrechtliche Verfahren, die den individuellen Fähigkeiten eines Kindes angepasst sind. „Wir brauchen schnellere Prozesse, damit Kinder nicht über lange Zeit unsicher über den Verfahrensausgang bleiben und auf eine Therapie warten müssen.“ Zudem Spezialisten, die wissen, wie sie Kinder sensibel und kindgerecht befragen können, und die dafür optimal ausgebildet sind. Und das nicht nur, weil das Kindeswohl das erfordere, sondern auch, weil es der Wahrheitsfindung diene.

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