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Kölner Silvesternacht : Reker kritisiert Polizei und Land

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Kölner Oberbürgermeisterin Reker (parteilos) sieht keine Versäumnisse bei Stadtverwaltung. Bild: dpa

Die parteilose Kölner Oberbürgermeisterin weist die Verantwortung für Übergriffe der Silvesternacht zurück: Sie hat auf einen Anruf des SPD-Innenministers gewartet. Er habe sich nicht gemeldet.

          Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat nach den Silvester-Übergriffen die damalige Polizeispitze und die Landesregierung kritisiert. Weder Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) noch Innenminister Ralf Jäger (SPD) hätten sich nach den Gewaltexzessen bei ihr gemeldet, sagte die parteilose Politikerin am Montag im Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags. Dagegen habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sie telefonisch am 5. Januar nach ihrer Einschätzung gefragt. „Ich habe ihr gesagt, dass viel zu wenig Polizeipräsenz da war und die Polizei die Situation einfach nicht in den Griff bekommen habe.“

          Als „angemessen“ bezeichnete es Reker, dass Polizeipräsident Wolfgang Albers in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurde. Albers habe öffentlich von ausreichend eingesetzten Einsatzkräften gesprochen und behauptet, dass es keinen rechtsfreien Raum gegeben habe. Der tatsächlichen Lage habe dies nicht entsprochen. Zudem habe er sie persönlich nur unzureichend informiert. In Richtung Regierung bemängelte Reker, Köln brauche erheblich mehr Polizeikräfte, als das Land der viertgrößten deutschen Stadt seit Jahren zuweise.

          An Silvester waren am Hauptbahnhof unter den Augen der Polizei Hunderte Frauen ausgeraubt und sexuell bedrängt worden. Laut Staatsanwaltschaft liegen bislang 1200 Strafanzeigen vor. Auch Reker war unter Druck geraten. Die Stadt habe sicherheitspolitische Konsequenzen gezogen und biete den Opfern Hilfen an, betonte die Oberbürgermeisterin. Versäumnisse seitens ihrer Verwaltung gebe es nicht: Sie sehe Fehler „in“ der Stadt, aber nicht „bei“ der Stadt, sagte Reker.

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