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Übergriffe an Silvester : Kölner Polizei stockt die Ermittlungsgruppe auf

  • Aktualisiert am

Von nun an sollen deutlich mehr Beamte die Hintergründe der sexuellen Angriffe auf Frauen ermitteln. Bild: dpa

Die Kölner Polizei vergrößert ihr Ermittlerteam, um die Vorfälle in der Silvesternacht aufzuklären. Derweil denkt Bundesinnenminister de Maizière laut über verschärfte Abschieberegeln nach.

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          Die Kölner Polizei vergrößert ihre Ermittlungsgruppe zu den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht. Das bestätigte ein Polizeisprecher, ohne Zahlen zu nennen. Nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe) sollen künftig 80 Mitarbeiter der Ermittlungsgruppe die Angriffe auf die Frauen aufklären. Als die Ermittlungsgruppe nach Bekanntwerden der Übergriffe am 1. Januar eingerichtet wurde, seien es nur neun Beamte gewesen.

          In der Silvesternacht waren nach Angaben der Polizei auf dem Platz vor dem Bahnhof in Köln zahlreiche Frauen im Getümmel sexuell bedrängt und beklaut worden. Inzwischen wurden mehr als 100 Anzeigen erstattet. Augenzeugen und Opfer hatten ausgesagt, die Täter seien dem Aussehen nach größtenteils nordafrikanischer oder arabischer Herkunft.

          Zudem ermittelt jetzt die Abteilung für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität der Staatsanwaltschaft Köln. „Tat- und Täterbeschreibungen lassen es derzeit zumindest nicht als ausgeschlossen erscheinen, dass das Geschehen organisierten Täterstrukturen zuzurechnen ist“, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Die Leiterin der Abteilung werde bei den Ermittlungen von einer Oberstaatsanwältin unterstützt, die in Verfahren um Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung besondere Erfahrung habe.

          „...der muss damit rechnen, abgeschoben zu werden“

          Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bringt derweil ins Gespräch, die Vorgaben für straffällige Asylbewerber zu verschärfen. Bislang gelte in Deutschland die Regel, dass sich erst eine Freiheitsstrafe von drei Jahren ohne Bewährung auf ein Asylverfahren auswirke, sagte de Maizière. „Wir werden darüber zu reden haben, ob das nicht geändert werden muss.“

          Für jemanden, der sein Asylverfahren bereits durchlaufen habe und eine Straftat begehe, gebe es ohnehin keinen Abschiebeschutz, sondern es gebe hier die üblichen Ausweisungsregelungen für Ausländer. De Maizière betonte: „Wer (...) schwere Straftaten begeht, in welchem Status er sich auch immer befindet, der muss damit rechnen, aus Deutschland abgeschoben zu werden.“ Der Minister mahnte aber, zunächst seien die Ermittlungen zu den Hintergründen der Vorfälle in Köln abzuwarten.

          Zuvor hatte der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner den Kölner Polizeipräsidenten zum Rücktritt aufgefordert. Auf der Dreikönigskundgebung seiner Partei in Stuttgart hatte er vor dem Hintergrund der Geschehnisse auf der Domplatte verlautet: „In Köln braucht die Sicherheit einen Neuanfang, auch personell. Sonst wird aus dem Fall des Kölner Polizeipräsidenten sehr schnell ein Fall des nordrhein-westfälischen Innenministers.“

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