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Köln, Hamburg, Stuttgart : Was wir bisher wissen

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Passanten am Montag vor dem Kölner Hauptbahnhof. Hier ist es an Silvester zu sexuellen Übergriffen auf Dutzende Frauen gekommen. Bild: dpa

In der Silvesternacht hat es in Köln Angriffe auf Frauen gegeben. Sie wurden bestohlen, belästigt und bedrängt. Aus Hamburg und Stuttgart werden ähnliche Vorfälle berichtet. Ein Überblick.

          6 Min.

          Was ist passiert?

          Nach Polizei-Angaben haben sich am Silvesterabend auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz und auf den Treppen zum Dom gut tausend Männer versammelt und Pyrotechnik gezündet beziehungsweise damit von oben auf Passanten geschossen. Aus der Menge bildeten sich den Ermittlungen zufolge Gruppen von mehreren Männern, die Frauen umzingelten, bedrängten und ausraubten. In der Zeitung „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete eine Zeugin, ihr sei unter ihr Kleid ans Gesäß gegriffen worden. Eine andere Frau gab bei der Polizei zu Protokoll, die Täter hätten ihr den Rock und den Slip zerrissen. Eine Frau soll vergewaltigt worden sein. In Hamburg sind laut Polizei rund um die Reeperbahn ebenfalls Frauen angegriffen worden. Auch in Stuttgart soll es ähnliche Vorfälle gegeben haben.

          Wie sind die Täter vorgegangen?

          Der Chef der nordrhein-westfälische Polizeigewerkschaft Arnold Plickert sagte, die stark alkoholisierten Täter seien „völlig enthemmt und gewaltvoll“ vorgegangen. „Ein Täter hat einer Zivilpolizistin in die Hose gefasst“, berichtete Plickert. Bei den am Einsatz beteiligten Polizeibeamten herrsche eine „tiefe Betroffenheit“. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte im Radiosender NDR Info, es handele sich um „eine Absprache der Täter, die die Masse der Menschen nutzen, die Dunkelheit und den Überraschungseffekt, um nach vollzogener Tat wieder unerkannt zu entkommen“. Ein Polizeisprecher sagte, die Vermutung liege nahe, dass die Täter in irgendeiner Form miteinander verbunden seien. Ob sie sich vorher verabredet hatten, ist bisher aber nicht bekannt. 

          Was ist über die Täter bekannt?

          Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) sprach von „nordafrikanischen Männergruppen“, die sich „organisiert“ hätten. Junge Nordafrikaner stehen schon seit einigen Monaten im Fokus der Ermittler, weil sie auf den Amüsiermeilen und eben auch rund um den Hauptbahnhof und den Dom Passanten bestehlen und ausrauben. Vermutlich handelt es sich bei den Männern aus der Silvesternacht um eben solche Wiederholungstäter. Ein Polizeisprecher erklärte gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“: „Die bisherigen Hinweise gehen deutlich in Richtung polizeibekannte Intensivtäter, mit Flüchtlingen haben die nichts zu tun.“ Ob die Vorfälle in Hamburg und Stuttgart einen ähnlichen Hintergrund haben, ist bisher nicht bekannt. Laut Zeugenaussagen haben auch die Täter in Hamburg einen nordafrikanischen Hintergrund, teils war auch von „südländisch oder arabischem Aussehen“ die Rede. Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte: „Es gibt keinen Hinweis, dass es sich hier um Menschen handelt, die hier in Köln Unterkunft als Flüchtlinge bezogen haben“. Entsprechende Vermutungen halte sie für „absolut unzulässig“.

          Wie viele Frauen sind betroffen?

          Die Zahl der Anzeigen in Köln ist inzwischen auf 90 gestiegen, nachdem am Montag 30 weitere Anzeigen eingegangen waren. Zum Teil geht es dabei um sexuelle Übergriffe, zum Teil um Taschendiebstähle, sagte die Polizei. Die Dunkelziffer könne aber noch höher liegen. In Hamburg haben laut Polizei neun Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren Anzeige erstattet. Aus Stuttgart sind zwei Fälle bekannt. Auf dem Schlossplatz waren zwei 18 Jahre alte Frauen von 15 Männern sexuell belästigt und beraubt worden. Der Gewerkschaft der Polizei in Baden-Württemberg zufolge unterscheiden sich die Vorfälle in Stuttgart und Köln „stark in ihren Dimensionen“.

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