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Köln : CDU sucht Nachfolger für Schramma

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Bosbach will nicht für die Oberbürgermeister-Wahl in Köln antreten Bild: ddp

Bosbach will nicht und auch der Adenauer -Enkel winkt ab. Nach der Ankündigung von Oberbürgermeister Schramma, nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu kandidieren, sucht die Kölner CDU fieberhaft nach einem Nachfolger für die Wahl im Spätsommer.

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          Die Kölner CDU ist weiter auf der Suche nach einem Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl. Nachdem Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) nicht mehr für die Wahl im Spätsommer antreten will, hat nun auch der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach, eine Bewerbung um die Nachfolge Schrammas abgelehnt.

          Eine Kandidatur in Köln wäre „zweifellos eine reizvolle Aufgabe, aber ich habe der Kölner CDU gesagt, warum ich nicht antreten kann“, sagte Bosbach der „Kölnischen Rundschau“. „Das geht einfach nicht, weil meine Verpflichtungen einander ausschließen würden.“ Auch Konrad Adenauer, Enkel des früheren Bundeskanzlers, lehnte eine Kandidatur ab.

          Bosbach erklärte, er könne nicht im Rheinisch-Bergischen Kreis für den Bundestag kandidieren und sich gleichzeitig um das Amt des Oberbürgermeisters von Köln bewerben. „Wenn die Bundestagswahl, sagen wir, erst in einem Jahr wäre, dann hätte ich diese Aufgabe gerne übernommen. Aber jetzt liegen ganze vier Wochen zwischen Kommunalwahl- und Bundestagswahltermin.“ Er habe schon zahlreiche Wahlkampfauftritte im ganzen Bundesgebiet vereinbart und zudem seine Verpflichtungen im Rheinisch-Bergischen Kreis, so Bosbach. „Das kann ich nicht mit einer Kandidatur in Köln vereinbaren.“

          Auch Adenauer lehnt ab

          Bosbach war in CDU-Kreisen wiederholt als Kandidat für die OB-Wahl in Köln genannt worden, ebenso wie Adenauer. Allerdings lehnte auch dieser am Sonntag eine Kandidatur ab. „Ich stehe nicht als Kölner Oberbürgermeister zur Verfügung.“ Aus beruflichen und familiären Gründen habe er sich entschlossen, „diese ehrenvolle Kandidatur nicht zu übernehmen“.

          Bosbach bescheinigte Schramma nach dessen Verzicht auf eine erneute Kandidatur „menschliche Größe“ und kritisierte den Umgang seiner eigenen Partei mit Schramma. Nach dem Kölner Einsturzunglück mit zwei Toten am 3. März habe der 61-jährige Oberbürgermeister zuletzt unter „Dauerbeschuss“ gestanden, „und wer sich in dieser Lage nicht voll auf seine Mitarbeiter verlassen kann, hat es unglaublich schwer. Ich hätte mir gewünscht, dass die ganze CDU ihm den Rücken gestärkt hätte“, sagte Bosbach.

          Fritz Schramma hatte am Sonntag angekündigt, dass er sich nicht erneut zur Wahl stellt. Er war in den vergangenen vier Wochen wegen seines Krisenmanagements nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs zunehmend in die Kritik geraten. Nur durch seinen Rückzug sehe er „die Möglichkeit, das Unglück am Waidmarkt aus dem Wahlkampf herauszunehmen“.

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