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Koalition in Baden-Württemberg : Auf wen fällt Kretschmanns Wahl?

  • -Aktualisiert am

Er hat die Wahl: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Bild: dpa

Nach zwei Wochen Sondierungsgespräche entscheiden sich die Grünen, mit wem sie Koalitionsverhandlungen führen wollen. Wahlsieger Kretschmann hat das letzte Wort.

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          Wenn an diesem Donnerstag die Grünen in Baden-Württemberg darüber entscheiden, mit wem sie Koalitionsverhandlungen führen wollen, führt kein Weg an Winfried Kretschmann vorbei. Nach seinem dritten Wahltriumph hat er die Beinfreiheit, Partei und Landtagsfraktion auf das von ihm favorisierte Regierungsbündnis festzulegen.

          Manches spricht dafür, dass sich der nicht zu gewagten Manövern neigende Ministerpräsident in Abwägung aller Aspekte für Verhandlungen über eine Fortsetzung der Koalition mit der CDU aussprechen könnte.

          Der gerupfte Juniorpartner hat viel angeboten, um ja nicht wie 2011 wieder in die Oppositionswüste geschickt zu werden. Eine Vorleistung ist auch der Abschied der gewesenen CDU-Spitzenkandidatin Eisenmann, die für viele Grüne ein schwarzes Tuch war. Ein gewichtiges Argument ist zudem die Sorge Kretschmanns vor der Wiederauflage einer trotzigen Fundamentalopposition der CDU in Land und Kommunen gegen alle Projekte der Grünen.

          Für den Charme, die eine grüne Ampel mit SPD und FDP als neue Koalitionsoption im Bund versprüht, ist der auf Verlässlichkeit achtende Kretschmann anders als Berliner Parteifreunde nicht besonders empfänglich. Und gewiss liegt für ihn kein Charme darin, mit FDP-Fraktionschef Rülke zu regieren. Kretschmanns einst schärfster Kritiker soll zwar in puncto Klimaschutz gehörig Kreide gefressen haben. Aber womöglich nicht genug, damit er mitregieren darf.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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