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Parteienlandschaft : Koalition der Undenkbaren in Brandenburg?

Cottbus: Wo rechtsradikale Gruppen eine Volksrevolte starten wollen. Bild: Reuters

Die SPD stürzt in der Mark ab. Vier Parteien liegen bei 20 Prozent. Es könnte zu einem Bündnis von CDU und Linkspartei kommen.

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          Vor kurzem hat das Land Brandenburg seine neue Image-Kampagne vorgestellt. Sie hat den Slogan: „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ Nicht nur von der Opposition gab es Häme und Spott dafür, sogar auch aus den Regierungsparteien SPD und Linke. Ein lokaler Radiosender rief seine Hörer dazu auf, alternative Werbesprüche zu erfinden. Sie reichten von „Brandenburg. Hunderte Wölfe können sich nicht irren“ über „Da musste durch“ bis zu „Wo Berliner baden gehen“. Ein Foto zeigte den unfertigen Pannen-Flughafen. Der Slogan dazu: „Einfach kompliziert“.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Tatsächlich sind die politischen Verhältnisse in Brandenburg alles andere als einfach. Sie sind sogar so kompliziert, dass das Land, das immer im Schatten Berlins steht, zu einem Versuchslabor werden könnte, wenn es um die Zukunft der Parteienlandschaft und um die Regierbarkeit der Republik geht. Auffällig ist zunächst die Lage der SPD. Sie steckt in einer tiefen Krise, wenn nicht im freien Fall. Das scheint zunächst nicht so besonders angesichts der bundesweiten Entwicklung der Sozialdemokratie. Aber die Lage ist in Brandenburg noch dramatischer. Hier regiert die SPD seit 1990 ununterbrochen. Mit Manfred Stolpe erreichte sie 1994 die absolute Mehrheit. Auch sein Nachfolger Matthias Platzeck konnte noch den Anspruch der Heimatpartei erheben, auch wenn dabei schon eine gewisse Hybris mitschwang.

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