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Unverbindliche Einigung in KMK : Das Abitur bleibt unvergleichbar

  • -Aktualisiert am

Mit Abstand am besten: Schon im vergangenen Jahr wurden die schriftlichen Abiturprüfungen unter Pandemie-Bedingungen abgelegt. Bild: dpa

Die Kultusminister geben nur vor, mit der „Ländervereinbarung“ für mehr Vergleichbarkeit im Abitur hochzufrieden zu sein. In Wahrheit ist es nur eine Ansammlung unverbindlicher Vorhaben.

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          Der politische Druck war enorm, alle Umfragen der vergangenen Monate spiegelten den Überdruss am Bildungsföderalismus wider. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Jahr, das den Ländern die mangelnde Vergleichbarkeit der Abiture vor allem für angehende Medizinstudenten attestierte, hat den Druck noch einmal verstärkt. Doch aus dem einst geplanten bindenden Staatsvertrag, der alle Länderparlamente hätte passieren müssen, ist nichts geworden. Spätestens in der Corona-Krise, in der die Ministerpräsidenten ihren Ministern das Heft des Handelns gleich mehrfach aus den Händen nahmen, bekam die Kultusministerkonferenz Angst vor der eigenen Courage.

          So blieb den Kultusministern nichts anderes übrig, als ihre Ländervereinbarung zu mehr Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit vom Kindergarten bis zur Berufsbildung mit viel Getöse als historischen Schritt zu inszenieren. Doch die Ländervereinbarung ist so wenig historisch, wie es das Treffen von Bund und Ländern im Kanzleramt war. Dass die Kultusminister mit so wenig unverbindlicher Gemeinsamkeit so hochzufrieden scheinen, sagt mehr über sie selbst als über das Papier aus. Offenbar gelingt es immer weniger, über die Länder hinweg ein Mindestmaß an Vergleichbarkeit einzulösen. Auch wenn die Ministerpräsidenten ihre Unterschrift unter die Vereinbarung setzen, bleiben Zweifel an der Entschlossenheit der Länder, ihre Schwachstellen offenzulegen und zu bearbeiten.

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