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Klöster in der Pandemie : „Wir sind allein“

Kein Weg führt derzeit hier hinein: Kloster Roggenburg Bild: mauritius images / Zoonar GmbH /

Die Pandemie macht auch vor Klostermauern nicht halt. Zwischen Lagerkoller unter Mönchen, finanziellen Sorgen und dem Weihnachtsfest als Herausforderung versuchen die Orden ihre Gemeinschaften am Leben zu halten.

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          Manche kriegen in der heimischen Isolation den Koller, andere halten das andauernde Kindergeschrei nicht mehr aus: Es gibt in der gegenwärtigen Pandemie viele Gründe, einige Tage als Gast in einem Kloster zu verbringen. Pater Roman Löschinger muss diese Hoffnungen allerdings enttäuschen. „Wir dürfen niemanden aufnehmen“, sagt der Cellerar, also Wirtschaftsleiter des Prämonstratenserklosters Roggenburg im bayerischen Mittelschwaben.

          Bruder Thomas Schied vom Kapuzinerkloster Stühlingen im Landkreis Waldshut hat den Eindruck, dass das Bedürfnis nach Auszeiten zugenommen hat. „Wir werden immer stärker berieselt“, sagt der Mönch und meint damit besonders die allgegenwärtigen Smartphones. Manche der Gäste in Stühlingen brauchten eine Anleitung zur Frage: „Wie kann ich denn stillsitzen?“ Seit einigen Wochen ist dies in dem Kloster am Südrand des Schwarzwaldes aber nicht mehr möglich. „Wir sind allein“, sagt Bruder Thomas und meint damit die Gemeinschaft aus vier Brüdern und zwei Schwestern des Kapuzinerordens.

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