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Verhalten der Agrarlobby : Was kostet die Wurst?

Was sollte eine Wurst kosten? Bild: Fotofinder/Bearbeitung F.A.S.

Tiere leiden, der Planet auch. Dabei wäre das leicht zu ändern – ganz ohne Fleischsteuer. Die meisten deutschen Fleischesser sind hier längst weiter als die Bauern und ihre Bundesministerin.

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          Vergangenes Jahr bot Edeka ein Suppenhuhn für einen Euro an. Die Leute rannten daraufhin dem Supermarkt nicht die Bude ein, sondern empörten sich: Wie muss das Tier gelebt haben, damit es so billig sein kann?

          Livia Gerster

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die meisten deutschen Fleischesser sind längst weiter als die Bauern und ihre Bundesministerin. Sie wollen nicht Vegetarier werden, aber sie würden mehr Geld ausgeben für besseres Fleisch. Viele Umfragen haben das gezeigt.

          Das Schwein, das zur Wurst wurde, soll nicht unter Qualen gelitten haben: In der dunklen Enge gemästet, den Ringelschwanz amputiert, die Ohren geschlitzt, die Ferkel kastriert. Letzteres immerhin ab 2021 mit Betäubung. Das Schwein soll auch nicht mit Antibiotika vollgepumpt sein und resistenten Keimen. Und es soll nicht das Klima erwärmen. Kein Nahrungsmittel dieser Welt braucht so viel Platz wie Fleisch und Milch, laut Fleischatlas der Böll-Stiftung 77 Prozent des globalen Agrarlandes.

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