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Kitas öffnen wieder : Betreuter Ausnahmezustand

  • -Aktualisiert am

Vorsichtiger Spaß: In der Kita in Westerburg gelten auch Corona-Vorschriften. Bild: Frank Röth

Langsam öffnen die Kitas wieder. Kinder und Eltern haben das herbeigesehnt. Doch wie soll das praktisch funktionieren? Vielerorts ist man verärgert über die politischen Vorgaben.

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          Die meisten Räume sind verwaist, an den Garderoben davor hängen die Jacken und Pullover, sie sind seit langem ungenutzt. „Was wir uns über Jahre aufgebaut haben, ist kaputt“, sagt Nicole John. Sie leitet seit 18 Jahren die evangelische Kita in Westerburg. Eine helle, großzügige Einrichtung in einem kleinen Ort im Westerwald in Rheinland-Pfalz. Bisher hatte die Kindertagesstätte ein „teiloffenes Konzept“, das heißt, die Kinder gingen zwar in feste Gruppen zu bestimmten Erzieherinnen, konnten dann aber mehr oder weniger machen, was sie wollten. Etwa Basteln, Turnen, Frühstücken. Das geht nun nicht mehr; Kontakt zu Kindern aus anderen Gruppe ist untersagt.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          An ein Fenster der Einrichtung wurde von Hortkindern, die hier derzeit notbetreut werden, ein Regenbogen gemalt. „Alles wird gut“, steht daneben. Rund 50 der 120 angemeldeten Kinder gehen derzeit in die Notbetreuung. Ab Anfang Juni soll nach fast drei Monaten des Ausnahmezustands wieder eine Art Regelbetrieb erfolgen, wenn auch mit Einschränkungen. Doch wie dieser Regelbetrieb aussehen soll, ist unklar. Schichtbetrieb wochenweise oder stundenweise, fragt sich John, die Leiterin. Eigentlich sei beides unrealistisch. Fest stehe nur, dass keinesfalls alle Kinder einen Platz erhielten. Denn die Gruppen müssen kleiner sein als bisher, es gelten strikten Hygienebestimmungen, und es wird noch weniger Personal geben als ohnehin schon.

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