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Kita-Ausbau : Erfolg und Scheitern liegen nah beieinander

  • -Aktualisiert am

Betreuung boomt: 90 Prozent aller Eltern schicken ihre Kinder in die Kita. Bild: dpa

Mehr Geld, mehr Plätze, mehr Arbeit: Der Kita-Ausbau ist ein sozialstaatliches Mammutprojekt. Kann Betreuung dabei pädagogisch wertvoll bleiben? Ein Gastbeitrag.

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          Über die Frage, welche Art des Aufwachsens von Kindern als „normal“ gilt, wird in modernen Gesellschaften häufig gestritten. So diskutierte man in der alten Bundesrepublik – wie auch in Amerika und anderen westlichen Staaten – intensiv, wie viel mütterliche Präsenz und Zuwendung kleine Kinder benötigen. Die Fronten verliefen dabei lange Zeit zwischen Traditionalisten einerseits und Fortschrittsbewussten andererseits: Die Traditionalisten plädierten für eine kontinuierliche Verfügbarkeit mütterlicher Bezugspersonen, bis die Kinder mindestens drei Jahre alt wären; die Fortschrittsbewussten propagierten frühe Kindertagesbetreuung, weil sie mehr weibliche Erwerbstätigkeit ermögliche und der kindlichen Entwicklung zugutekomme.

          Dieser Streit ist im Westen Deutschlands inzwischen abgeklungen. In Ostdeutschland wurde er erst gar nicht ausgetragen, was sich durch die lange Tradition außerfamilialer Kinderbetreuung in der DDR mit ihrem Interesse an hoher Müttererwerbstätigkeit erklären lässt.

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