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Zweideutiger Papst : Weißer Wirbelwind

Fingerzeige: Papst Franziskus während der Generalaudienz am 3. August 2022 in Rom Bild: Reuters

Aus den oft improvisierten Äußerungen von Papst Franziskus schlau zu werden wird immer schwieriger. Schon gar für das Präsidium des „Synodalen Wegs“.

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          So schön es ist, wenn Menschen sich selbst ein Leben lang treu bleiben, so ist es doch nicht ohne Belang, wer was zu welcher Zeit und in welcher Position tut oder lässt. Dass Jorge Mario Bergoglio als führendes Mitglied des Jesuitenordens in Argentinien und später als Erzbischof von Buenos Aires immer selbst für jenen „Wirbel“ sorgte, den zu machen er auch anderen riet („hagamos lío“), ließ ihn nach dem skandalumwitterten Ende des Benedikt-Pontifikates als Lichtgestalt an einem aschgrauen Kirchenfirmament erscheinen.

          Neun Jahre später hat sich der Himmel über Rom aber nicht so aufgehellt, dass der Weg der größten christlichen Glaubensgemeinschaft im 21. Jahrhundert auch nur schemenhaft zu erkennen wäre.

          Was gilt denn nun?

          Denn der mittlerweile 85 Jahre alte Franziskus belässt es bei doppeldeutigen Botschaften. Auch jetzt wieder. Einerseits ruft er mit allem Freimut dazu auf, von „Traditionalismus“ als „heidnischem Denken“ abzulassen und den „Ursprung als Referenz zu nehmen, nicht eine bestimmte historische Erfahrung“. Andererseits geht er seit Jahren in bester kurialer Tradition gegen das Reformprojekt „Synodaler Weg“ in Deutschland vor.

          Was gilt denn nun? Welche „historische Erfahrung“ soll bitte überwunden werden? Für das Präsidium des „Synodalen Wegs“, das seit zwei Jahren auf der Suche nach Antworten ist, hat der weiße Wirbelwind nie Zeit gehabt.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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