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100 Übergriffe im Jahr 2017 : Kirche entsetzt über Hassdelikte gegen Christen in Deutschland

  • Aktualisiert am

Ein christlicher Kinderchor singt an Heiligabend 2017 in der Basilika in Weingarten. Bild: dpa

Die Zahl der Delikte aus menschenverachtendem Hass gegen Religionsangehörige ist gestiegen – auch gegen Christen. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ist alarmiert.

          Die katholische Kirche findet die Zunahme von Hasskriminalität gegen Christen erschreckend. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte der Frankfurter Allgemeinen Woche (Freitag), dass „höchste Wachsamkeit geboten sei“: „Leider lassen sich quer durch die Gesellschaft Anzeichen der Verrohung beobachten.“

          Es gebe „Radikalisierungstendenzen unter bestimmten Gruppen der Muslime und es gibt sie auch in anderen Sektoren der Gesellschaft. Das bringt Gefahren für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das friedliche Miteinander mit sich.“

          Weiter sagte Erzbischof Schick der F.A.Z. Woche, dass unter den Flüchtlingen, die seit 2014 aus dem Nahen Osten nach Deutschland gekommen sind, zweifellos manche seien, die „die freiheitliche Ordnung unseres Landes nicht verstehen oder nicht akzeptieren, auch welche, die nicht als Flüchtling, sondern als Terroristen gekommen sind“.

          Das sei eine Tatsache, auf die man reagieren müsse. „Richtig ist aber auch“, so Schick, „dass die Mehrheit derjenigen, die Krieg und Chaos entflohen sind, die Errungenschaften unseres Staates und unserer Gesellschaft sehr wohl schätzen und sie annehmen wollen.“ 

          Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (Aufnahme aus dem August 2016)

          „Man kann nicht in unserer Gesellschaft ankommen, wenn man für deren Wertekanon keine Wertschätzung aufbringt“, so Erzbischof Schick. „Wie will man in einem Land als Bürger unter Bürgern leben, wenn man die Gläubigen verachtet, die der Mehrheitsreligion angehören!“

          Es sei zu konstatieren, dass, „die Zahl der Delikte aus menschenverachtendem Hass gegen Religionsangehörige und gegen Religionen in den zurückliegenden Jahren insgesamt gestiegen ist. Es gab viele Anschläge auf Muslime und Asylbewerberheime, in denen Muslime leben, antisemitische Straftaten haben signifikant zugenommen und wie gesagt, verstärkt wurden auch Christen angegriffen. Wir müssen feststellen: Achtung und Respekt vor den jeweils anderen, die zu den Fundamenten unseres freiheitlichen Gemeinwesens gehören, nehmen ab.“  

          Erzbischof Schick sagte  der F.A.Z. Woche: „Alle Vernünftigen und Wohlmeinenden müssen sich mit Entschiedenheit gegen diejenigen stellen, die es aufgrund welcher Religion oder Ideologie auch immer an Achtung für ihre Mitmenschen fehlen lassen. Ohne solche Grenzziehungen geht es nicht!“

          Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland fast 100 Übergriffe auf Christen. Darunter waren ein Mord, neun Körperverletzungen und ein Fall von Brandstiftung. In rund einem Viertel der Fälle wurden Kirchen und christliche Symbole angegriffen. Mindestens 14 Übergriffe sollen sich zwischen Asylbewerbern und Flüchtlingen abgespielt haben.

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