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Kirche : „Bei Missbrauch Ermittlungen nicht verzögern“

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Legten ihren Streit bei: Justiziministerin Leutheusser-Schnarrenberger und Erzbischof Zollitsch Bild: AP

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und Erzbischof Zollitsch haben vereinbart, dass sich die katholische Kirche am „Runden Tisch“ gegen Kindesmissbrauch beteiligt. Damit scheint ihr Streit über die Aufarbeitung der Übergriffe vorerst beigelegt.

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          Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat die Maßnahmen der katholischen Kirche zur Aufarbeitung und künftigen Verhinderung von Fällen sexuellen Missbrauchs befürwortet. Bei einem Treffen der Ministerin mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, vereinbarten beide Seiten, dass sich die Bischofskonferenz an einer Arbeitsgruppe des geplanten „Runden Tischs“ beteiligen werde, die sich unter dem Vorsitz des Justizministeriums mit der rechtlichen Aufarbeitung befassen will.

          Dort solle auch die Frage behandelt werden, wie das Leid der Opfer in den Fällen, die bereits verjährt sind, „angemessen anerkannt werden“ könne. Die Ministerin forderte, dass die geänderten Kirchenleitlinien zum Umgang mit diesen Delikten zum Ausdruck bringen müssten, „dass innerkirchliche Maßnahmen die Aufnahme und Durchführung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen weder verzögern noch behindern dürften. Staatliche Behörden seien bei Missbrauchsverdacht einzuschalten.“

          Ansprechpartner und Telefon-Hotline für Missbrauchsopfer

          In einer gemeinsamen Erklärung, die nach dem Gespräch veröffentlicht wurde, hieß es außerdem, Erzbischof Zollitsch habe der Ministerin die von der katholischen Kirche ergriffenen Maßnahmen erläutert. Die Bistümer hätten bereits seit längerem Ansprechpartner benannt, an die sich Betroffene mit ihren Anliegen wenden können. Seit Ende März stehe den Opfern sexuellen Missbrauchs eine bundesweite Telefon-Hotline zur Verfügung, die bereits in den ersten Tagen vielfach genutzt worden sei.

          Zollitsch habe außerdem von den kürzlich veröffentlichten Klarstellungen des Vatikans zum Umgang mit Missbrauchsfällen in der Kirche berichtet. Dort werde insbesondere auf der strikten Einhaltung des staatlichen Rechts bei der Aufarbeitung der Fälle bestanden. Das Gespräch zwischen dem Bischof und der Ministerin war zustande gekommen, nachdem Frau Leutheusser-Schnarrenberger zunächst die Kooperation der Kirche mit den Strafverfolgungsbehörden kritisiert und Zollitsch sie daraufhin ultimativ zu einer Entschuldigung aufgefordert hatte.

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